Frage Nr. 38603 von 16.08.2024
Hallo,
Ich (m/17) konnte noch nie willentlich einen Orgasmus „hervorrufen“. Der Lusttropfen kommt aber immer. Besteht die Möglichkeit, dass ich unter angeborener Anorgasmie leide? Ich habe versucht, mich weitestgehend darüber zu informieren, habe aber wenige Antworten gefunden. Könnt ihr mir sagen, ob ich etwas dagegen unternehmen kann?
Lg
Unsere Antwort
Ich muss mal etwas genauer nachfragen. Wenn du meinst, dass du keinen Orgasmus hast, hast du kein körperliches stark erregendes Gefühl, also kein Orgasmus-Gefühl. Oder hast du dieses Gefühl zwar, aber es kommt kein Ejakulat (Samenerguss)? Und wie sieht es mit deiner Erektion aus, hast du eine gute/harte Erektion oder bekommst du auch keine Erektion?
Wenn du kein Orgasmus-Gefühl hast, kann es daran liegen, dass du dich vielleicht mit einer ungünstigen Erregungstechnik erregst und deshalb die Erregung nicht bis zum Orgasmus steigern kannst. Wir haben mehrere Texte dazu verfasst, welche Erregungstechniken es gibt und wie du hinzulernen kannst mehr Genuss zu haben und deine Erregung zu steigern. Wenn du unseren Tipps und Anleitungen dazu folgst, sollte sich das bessern.
Wenn du zwar ein Orgasmus-Gefühl hast, aber keine Ejakulation, dann solltest du mal zum Urologen/ zur Urologin gehen und dich untersuchen lassen. Dann kann es sein, dass du verspätet in der Pubertät bist oder dass eine Erkrankung vorliegt.
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Frage Nr. 38599 von 15.08.2024
Hallo.
Ich bin 44 Jahre alt, weiblich, verheiratet, Mutter von drei Kindern zwischen 8 und 14.
Das Sexualleben mit meinem Mann ist eine Herausforderung, da wir es fast nicht schaffen, unsere Sexualität auszuleben (zu viel um die Ohren, wir nehmen uns zu wenig Zeit, ich habe selten Lust. Halt die üblichen Themen.) Wir versuchen aber, das Thema konstruktiv anzugehen.
Ich habe mir in diesem Zusammenhang viele Gedanken gemacht. Dabei wurde mir klar, dass meine eigene Libido, Sexualität extrem schambehaftet ist. Ich schäme mich für meine Lust, jedes Mal, wenn ich mich selbst befriedigt habe, schäm ich mich, ich habe Hemmungen mich vor meinem Mann fallen zu lassen etc.
Kurz: alles erotische, lustvolle, lasse ich nicht gerne zu.
Über den Kopf bin ich mit dem allem total bewusst. Wie schaffe ich es, diese Scham anzupacken und zu überwinden?
Liebe Grüsse
Unsere Antwort
Scham ist für viele das unangenehmste Gefühl. Das geht so richtig an die Nieren, und man will im Boden versinken. Die Scham will uns dabei helfen, dass unsere persönlichen Grenzen geschützt werden und dass wir uns nicht auf eine Weise benehmen, wo wir Probleme kriegen können. Bei der Scham ist es auch wichtig, dass du verstehst: Es geht hier nicht um Leben und Tod, sondern es ist einfach ein total unangenehmes Gefühl.
Um dich von der Scham zu lösen, ist es sinnvoll neue körperliche Erfahrungen zu machen. Denn die Scham drückt sich in deinem Körper aus. Und du kannst dir bewusst Körpererfahrungen schaffen, die mit Scham nicht gut vereinbar sind. Das sind vor allem lockere und fliessende Bewegungen wie eine Schlingpflanze im Wasser. Ganz allgemein hilft gegen die Scham, wenn du den Sex lustvoller und angenehmer gestaltest. Dafür empfehle ich dir sehr, Bewegung in den Oberkörper zu bringen. Lies dazu bitte unseren Text Gute Gefühle beim Sex durch Bewegung des Oberkörpers und probiere die Tipps allein und zu zweit. Mache Erfahrungen damit, wie du dein sexuelles Erleben über den Körper beeinflussen kannst.
Wenn das Thema Umgang mit Scham für dich auch insgesamt spannend ist, empfehle ich dir außerdem unsere Texte Ich komme mit meinen Gefühlen nicht klar – was tun? und Wie beeinflusse ich meine Stimmung über den Körper?
Die gesellschaftliche Erwartung, dass Sex "einfach so klappt" ist in der Regel nicht hilfreich. Gerade bei einem vollen Alltag ist es sinnvoll, Sex wie ein Hobby zu betrachten. Für ein Hobby plant ihr euch auch Zeit ein und bleibt dran, selbst wenn die Lust mal nicht so gross ist. Und wenn ihr irgendwo ansteht, übt ihr.
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Frage Nr. 38589 von 13.08.2024
Hallo,
ich (w/23) und mein Freund haben die Reiterstellung ausprobiert und leider ist das ziemlich schief gelaufen. Ich habe das Gefühl, dass ich zu klein bin, um richtig auf ihn drauf zu kommen und mich dann auch auf ihm zu bewegen (er ist etwas korpulenter). Gibt es vielleicht eine Möglichkeit/Tipps, wie es funktionieren könnte, ohne dass ich es in der Hocke ausprobieren muss?
Wir haben schon darüber gesprochen und er denkt, dass es nicht an meiner Größe liegt sondern nur an meiner Nervosität. Ich bin tatsächlich ziemlich nervös, gerade bei neuen Dingen und es kostet mich viel Überwindung selbst die Initiative zu ergreifen. Wäre das eine Möglichkeit, dass es tatsächlich nur an der Nervosität liegt? Leider weiß ich nicht, wie ich diese abbauen kann.
Ich kann offen mit meinem Freund darüber reden und er hat auch Verständnis dafür, es macht mich nur selber etwas fertig.
Vielen Dank
Unsere Antwort
Ich habe noch keine Vorstellung davon, was du meinst mit "ziemlich schief gelaufen"? Was genau ist geschehen?
Wenn es rein um die Proportionen eurer Körper geht, könntest du dir Kissen oder Decken rechts und links von seinem Körper hinlegen, sodass deine Beine etwas höher liegen.
Beobachte mal, wie sich die Nervosität in deinem Körper zeigt. Wie zeigt sie sich in deiner Atmung, deiner Körperspannung? Was wäre anders in deinem Körper, wenn du locker und selbstsicher bist? Schau dazu bitte auch in unsere Texte Bauchatmen belebt und beruhigt und Wie beruhige ich mich selbst?
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Frage Nr. 38579 von 12.08.2024
Was ist Autoandrophilie und Autogynephilie? Ist es das gleiche wie Transsexualität?
Unsere Antwort
Nein, das ist nicht dasselbe. Diese Begriffe stammen aus einer Theorie von 1989, die besagt, dass etliche trans Menschen sich eigentlich sexuell erregt oder angezogen fühlen von der Vorstellung von sich selbst als Frau (Autogynephilie) oder Mann (Autoandrophilie) – und daher im Grunde gar nicht „wirklich“ eine andere Geschlechtsidentität haben als die, die ihnen bei Geburt zugewiesen wurde.
Diese Theorie beruht nicht auf wissenschaftlichen Daten und wurde von Anfang an stark kritisiert von Expert*innen und Wissenschaftler*innen. Es gab seitdem etliche Studien, die gezeigt haben, dass die zentralen Thesen der Theorie nicht stimmen. Zum Beispiel fand man heraus, dass sogenannte Verkörperungfantasien (also sexuelle Erregung bei der Vorstellung des eigenen realen oder imaginären Körpers oder Geschlechts) generell weit verbreitet sind, auch unter cis Menschen. Und gleichzeitig gibt es viele trans Menschen, die keine solchen Fantasien haben. Ganz davon abgesehen, ist diese Theorie sehr heteronormativ, denn sie geht im Grunde davon aus, dass nur Heterosexualität „normal“ ist. Auch das stimmt natürlich nicht. Es ist zudem mittlerweile klar, dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität zwei unterschiedliche Dinge sind, die nicht zwangsläufig etwas miteinander zu tun haben. Leider wird diese veraltete Theorie aber immer noch häufig genutzt, um transfeindliche Aussagen oder Handlungen zu begründen.
Diese Antwort gilt auch für Frage 38610.
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Frage Nr. 38576 von 12.08.2024
Hallo liebes Lilli-Team,
ich bin [...] und hatte bis jetzt (aus versch. Gründen) noch keinen Geschlechtsverkehr. Seit ca. 2 Monaten bin ich in einer Freundschaft+ und vor ein paar Tagen wollten wir das erste Mal mit einander schlafen. Ich habe mir im Vorfeld auch eure Tipps durchgelesen aber er konnte nicht richtig in mich eindringen.
Jetzt habe ich noch gelesen, es wäre gut, dass Becken höher zu lagern. Ist es besser wenn ich die Führung übernehme und alles etwas langsamer? Gibt es eine Stellung die sich besonders gut eignet? Ich habe generell eine größere Grundspannung da ich [...] bin, habe aber versucht locker zu bleiben... Owohl das nicht so einfach ist... Außerdem habe ich gelesen, dass manche Frauen auch ein sehr festes Jungfernhäutchen haben... Jetzt mache ich mir natürlich ein bisschen Stress... Was können wir anders oder besser machen? Nach wieviel mal, wenn es nicht klappt, sollte ich einen Frauenarzt aufsuchen?
[...]
Vielen Dank!
Unsere Antwort
Du hast mit einer anderen Person etwas neues ausprobiert. Es ist okay, wenn das nicht sofort wie bei erfahrenen Menschen läuft. Gönnt euch einige Wiederholungen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es beim ersten Mal Geschlechtsverkehr noch nicht so leicht ist, den Penis aufzunehmen.
Betrachte es als ersten Versuch – ihr habt noch viele weitere sexuelle Begegnungen vor euch.
Ich habe noch keine klare Vorstellung, wie ihr es versucht habt. Was hat alles schon gut geklappt bei eurem ersten Versuch? In welcher Stellung wart ihr, in Missionarsstellung? Lagst du still da und er hat den Penis eingeführt? Was hat dir geholfen, in Stimmung zu kommen? Wie habt ihr deine sexuelle Erregung gesteigert? Wie hast du dich mit dem Penis vertraut gemacht? Wie hast du dich gefühlt? Hattest du Lust, den Penis aufzunehmen?
Du hast dir schon gute Lösungsmöglichkeiten überlegt. Probiert das aus, was du beschreibst. Langsamkeit ist eine gute Idee. Verschiedene Stellungen probieren auch. Für Lockerheit sorgen auch. Für lockere Muskeln empfehlen wir vor allem Bewegung. Denn in Bewegung kannst du nicht in eine Hochspannung kommen. Schaukle und kreise dein Becken und atme tief in den Bauch. Du wirst merken, dass das einen Unterschied macht.
Es ist auch eine gute Idee, dass du die Führung übernimmst. Er könnte sich auf den Rücken legen und du in Reiterstellung auf ihn. Dann nimmst du zunächst seinen Penis in die Hand und spürst wie er sich anfühlt. Wenn du dich vertraut fühlst mit dem Gefühl des Penis in der Hand kannst du dein Becken und somit deine Vagina zum Penis hin bewegen. Du kannst zunächst mit deiner Vulva (äusseres Geschlecht) über den Penis streichen und dir so mit Beckenbewegungen Berührungen holen, die dir gefallen. Dann kannst du dein Becken so bewegen, dass du den Penis ein kleines Stück in deinen Vaginaeingang hineingleiten lässt. Du steuerst, wie weit du ihn aufnimmst.
Es ist auch eine gute Idee, wenn du dich mit deiner Vagina allein vertraut machst. Wie viele Finger kannst du aufnehmen? Wie fühlt es sich in deiner Vagina an? Das sogenannte Jungfernhäutchen ist ein dehnbarer Schleimhautkranz. Du kannst es ertasten und mit deinen Fingern dehnen und massieren.
Schau mal, wie du mit diesen Ideen weiterkommst. Du kannst uns auch nochmal schreiben, wenn du irgendwo anstehst.
Als Orientierung kannst du dir vornehmen, dass du zur Frauenärztin gehst, wenn es nach 10 Versuchen nicht funktioniert hat. Lass dir Zeit, verschiedenes auszuprobieren und sprich es an, wenn sich etwas für dich unwohl oder schmerzhaft anfühlt.
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Frage Nr. 38574 von 12.08.2024
Liebes Team,
ich bin w, 30 Jahre alt und lebe seit ich 17 Jahre alt bin mit Vaginismus. Viele Jahre habe ich das Thema ignoriert, jetzt gehe ich es an. Ich war bei einer Beckenbodenphysiotherapeutin, die mir Übungen gezeigt hat. Zudem habe ich Dilatoren, ich schaffe es, Nummer 1-2 einzuführen. Jedoch, seit ich die Beckenbodenübungen regelmäßig mache (anspannen - loslassen, Fahrstuhlübung), tut es wieder weh, auch mit den Dilator in der Größe 1 und 2. Genauso wie wenn ich die Beckenschaukel mache, wenn ich den Dilator aufnehme. Mache ich ggf. zu viel an Übungen?
Eine gynäkologische Untersuchung funktioniert bei mir seit Jahren, das fühlt sich nicht angenehm an, aber tut nicht sehr weh.
Danke für eure Hilfe!
Unsere Antwort
Es ist toll, dass du das Thema mit dem Vaginismus jetzt angehst und Schritte unternimmst, die dir helfen werden.
Bei den Beckenbodenübungen geht es beim Vaginismus vor allem ums Lösen der hohen Spannung in den Beckenbodenmuskeln. Während Frauen mit schwachem Beckenboden vor allem das Spannen der Beckenbodenmuskeln üben müssen, geht es beim Vaginismus ums Loslassen. Es könnte also sein, dass du bisher mehr aufs Anspannen fokussiert hast und dies einer der Gründe ist, warum es im Moment wieder etwas mehr weh tut mit den Dilatoren.
Ich denke, du machst Schritte in die richtige Richtung. Aber vielleicht musst du es noch etwas sanfter und langsamer angehen, also in kleineren Schritten, um deinen Körper nicht zu überfordern. Auch die Beckenschaukel ist sicher eine hilfreiche Übung, um die wahrscheinlich hohe Spannung im Beckenboden zu lockern, und um einen Energiefluss ins System zu bringen. Schau dir unsere Übungen an und geb dir genügend Zeit für jeden Schritt.
Ich würde dir empfehlen, dich neben deiner Beckenbodenphysiotherapeutin auch von einer Sexocorporel-Sexualtherapeut:in begleiten zu lassen, damit ihr zusammen die auf dich zugeschnittenen Übungen und Themen aussuchen und üben könnt.
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Frage Nr. 38561 von 07.07.2024
Ich habe oft Bauchschmerzen am Tag nach Selbstbefriedigung. Kann das mit Trauma zusammenhängen? Oder muss ich es körperlich abklären lassen?
Ich bin weiblich, 20-30 Jahre alt.
Unsere Antwort
Interessant, dass du glaubst, dass das mit Trauma zusammenhängen könnte. Wie kommst du darauf? Hast du traumatische Erfahrungen gemacht?
Es geht einigen Menschen so, dass sie nach dem Sex Bauchschmerzen oder Blähungen haben. Denn sie spannen ihre Muskeln in sexueller Erregung sehr stark an. Einerseits fördert das die sexuelle Erregung, andererseits funktioniert in starker Anspannung die Verdauung nicht so gut. In starker Anspannung gelangt der Körper auch eher in den Kampf-Flucht-Modus. Und wenn der Körper sich bereit macht, zu kämpfen oder zu fliehen, steht die Verdauung nicht im Vordergrund. Und die angespannten Bauchmuskeln drücken die Verdauungsorgane zusammen. Sie können sich dann nicht so bewegen, wie es für eine gute Verdauung notwendig wäre. Bitte lies mehr dazu in unserem Text Muskeln sehr anspannen beim Sex: Vor- und Nachteile.
Mit deinem Körper kannst du Einfluss darauf nehmen, wie du die Selbstbefriedigung erlebst. Dazu findest du Tipps im oben verlinkten Text. Schau mal, ob du durch lockere Bewegungen bei der Selbstbefriedigung beeinflussen kannst, ob Bauchschmerzen auftreten.
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Frage Nr. 38559 von 07.07.2024
ich bin w, 25 Jahre und war jetzt 2 Jahre single und habe mir deshalb einen vibrator gekauft und mich damit oft selbstbefriedigt. Mit der Zeit hab ich auch oft Pornos angeschaut.
Jetzt bin ich in einer Beziehung (in meiner 2. Beziehung. in der ersteren hatte ich das Problem nicht) und habe das Gefühl viel mehr Lust auf den Vibrator zu haben als auf Sex mit meinem Partner, obwohl der Sex mir sehr gefällt.
Ich schaffe es auch nicht mehr alleine ohne Vibrator zu kommen, was früher kein Problem war. Bin schon verzweifelt, weil ich das gerne ändern würde
Unsere Antwort
Sich mit einem Vibrator stimulieren ist für viele eine effiziente und verlässliche Methode, zur Entladung zu kommen. Du hast mit dem Vibrator für eine stabile Selbstbefriedigung gesorgt. Das war jetzt eine ganze Zeit lang sehr passend für dich. Du – dein Körper, dein Gehirn – bist jetzt daran gewöhnt. Aber du kannst mit ein bisschen Übung lernen, auch die Paarsexualität mit deinem Freund als erregender zu erleben und darauf Lust zu haben.
Die letzte Zeit hast du einen Vibrator genutzt und Pornos angeschaut und hast einen Orgasmus gehabt. Mit deinem Partner funktioniert das jetzt nicht mehr so. Klar, dein Freund und sein Penis können schließlich nicht vibrieren, und ein Porno sind sie auch nicht. Das ist kein Grund zum verzweifeln. Du kannst lernen, dich auch (wieder) durch andere Sachen zu erregen. Das sexuelle Lernen ist ein Leben lang möglich. Lies dazu bitte diesen Text. Beim Lernen geht es vor allem darum, Neues möglichst oft zu wiederholen. Damit dein Gehirn neue Sachen als erregend und lustvoll abspeichert. Ich bitte dich, dazu unseren Text über das Üben zu lesen.
Ich bitte dich auch, unseren Text über die sexuelle Erregung durch den Vibrator zu lesen. Darin wird beschrieben, was die möglichen Grenzen sind. Du wirst auf Texte mit Tipps verwiesen, wie du deine Technik ganz allmählich erweitern kannst und weniger abhängig vom Vibrator wirst.
Ich würde an deiner Stelle so beginnen: Du berührst dein Geschlecht ohne Vibrator. 5 Minuten lang. Vielleicht erlebst du das als langweilig. Lass dir trotzdem die Zeit ohne Vibrator. Achte, was du spürst. Spürst du den Finger, die Hand? Spürst du den Unterschied zwischen Druck und Reibung, zwischen langsamen und schnellen Bewegungen, zwischen festen und sanften Berührungen? Mit Neugier und Interesse kannst du auf das fokussieren, was ist. Dein Gehirn lernt so am besten, dass es noch etwas anderes gibt ausser der Vibration. Du kannst gleichzeitig im Hintergrund einen Porno laufen lassen. Er sollte dich allerdings nicht zu sehr von dem, was du spürst, ablenken. Nach 5 Minuten kannst du, sozusagen zur Belohnung, den Vibrator einsetzen.
Du kannst auch zwischendurch den Vibrator einsetzen und dann wieder eine Minute nicht. Du kannst den Vibrator weniger stark einstellen. Du kannst ihn an eine andere Stelle setzen als gewohnt. Das Prinzip ist: Störe deine gewöhnte Technik etwas, aber nicht so stark, dass es für dich frustrierend und langweilig wird. Belohne dich immer wieder damit, dass du das Vertraute machst. Mach das so oft wie möglich, sicher mehrmals in der Woche. Im Verlauf der nächsten Wochen und Monate wirst du dann sicherlich eine Änderung wahrnehmen.
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Frage Nr. 38550 von 06.07.2024
Hallo. Ich bin 19 und habe dass Problem dass ich beim Sex gerade mal 30 sekunden durchhalte. Wenn ich bei meiner Freundin in die Vagiba eindringe, komme ich sofort oder spätestens nach 30 Sekunden. Selbst ohne vorherige Stimulation. Dadurch habe ich sie sogar geschwängert. Sie ist jetzt schon im 5 Monat und hat schon eine sichtbare Kugel. Das erregt mich noch mehr und lässt mich noch schneller kommen. Manchmal komme ich schon ohne in sie einzudringen. Was soll ich machen? Danke
Unsere Antwort
So wie du beschreibst, entgleitet dir die Kontrolle über deine sexuelle Erregung und du kommst ohne es bewusst zu steuern. Sexuelle Erregung hat viel mit Muskelspannung im Becken zu tun. Die Schwangerschaft deiner Partnerin erregt dich noch mehr und vielleicht spannst du dadurch deinen Körper noch mehr an. Dadurch steigert sich deine Erregung noch schneller, und der Orgasmusreflex wird ausgelöst. Einmal ausglöst ist, dann kannst du nicht mehr zurück. Du kannst aber Techniken lernen, damit du deine sexuelle Erregung vor dem Orgasmusreflex länger gestalten kannst. In diesem Text beschreiben wir ausführlich und mit vielen Links, was du tun bei frühzeitigem Orgasmus machen kannst. Für den gemeinsamen Sex findest du in diesem Text noch weitere wertvolle Hinweise, damit du nicht so schnell kommst.
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Frage Nr. 38545 von 05.07.2024
Hallo liebes Lilli-Team
Zuerst einmal vielen Dank für eure wertvolle Arbeit. Ich habe schon oft auf eurer Website hilfreiche Tipps und Infos gefunden – für mich und auch für mein inzwischen erwachsenes Kind.
Jetzt habe ich eine Frage zu meiner Beziehung und Sexualität. Ich bin eine Frau und 53 Jahre alt. Seit über 4 Jahren habe ich einen Freund und bin meist sehr glücklich mit ihm. Davor war ich lange in einer Beziehung in der mein Bedürfnis nach Sex zu kurz kam. Die Trennung war nicht einfach, da wir zusammen ein Kind haben. Aber ich bin sehr froh um diesen Schritt, es geht mir viel besser seit ich meine Bedürfnisse ernster nehme.
Ich habe mich immer für Sex interessiert und habe über all die Jahre viel dazu gelernt, z.B. auch durch das Buch von Dania Shiftan. Ich kam mit meinem Freund auch schon zu einem „vaginalen Orgasmus“, das ist aber eher noch selten, ohne dass ich mich auch an der Klitoris streichle. Ich habe Sex noch nie so erfüllend erlebt wie mit meinem Freund. Emotional und körperlich.
Wir sind beide meistens schnell erregt. Wir nehmen uns viel Zeit und ich habe sehr schöne Gefühle. Sein Penis ist erstaunlich lange erigiert, es ist sehr schön, ich spüre viel mehr in meiner Vagina als früher.
Manchmal brauche ich aber etwas lange bis ich zum Orgasmus komme. (Vor unserer Beziehung war mein Freund mit einer Frau zusammen, die sehr leicht und schnell zu einem Orgasmus gekommen ist.)
Ich glaube es gibt verschiedene Gründe, dass es bei mir manchmal länger dauert: Belastende Gedanken, die mich ablenken (u.a. hat meine Schwester Krebs), Müdigkeit, vielleicht auch Hormonschwankungen (meine Mens hab ich nur noch selten) und einen Druck, den ich mir selber mache, weil ich zu sehr daran denke einen Orgasmus zu bekommen (und nicht zu lange dafür zu brauchen und auch eine alte Angst „zu kurz zu kommen“ vielleicht). Manchmal denke ich auch, dass es ohne streicheln von der Klitoris gehen sollte, wahrscheinlich ist das in meinem Unterbewusstsein, ich schäme mich wie, dass ich das „brauche“. Dabei weiss ich, dass das ein längerer Lernprozess ist und dass mein Orgasmus nicht „weniger wert“ ist wenn ich dazu auch die Klitoris streichle. Manchmal bin ich lange sehr erregt und es fehlt einfach das „letzte Stück“. Manchmal bin ich kurz davor und dann spüre ich wie mein Freund „bremst“, also dass er sich nur noch wenig bewegt. Es ist wie wenn sich meine Lust auf ihn „überträgt“ und er möchte mich dann aber nicht „überholen“. Wenn diese schönen Bewegungen plötzlich langsamer werden/stoppen, ist es schwierig für mich, meine Lust einfach weiter bis zum Orgasmus zu steigern. Zudem habe ich dann das Gefühl, dass ich mich auch nicht mehr zu stark bewegen darf, damit ich bei ihm den Orgasmus (noch) nicht auslöse.
Letztes Mal sagte er zu mir, dass wir vielleicht nicht zusammen passen. Ich glaube es verunsichert ihn und er hat das Gefühl, dass er irgendetwas nicht „richtig“ macht. Ich habe ihm versichert, dass ich es sehr schön finde mit ihm und es nicht an ihm liegt. Das hat er mir nicht geglaubt. Das macht mich sehr traurig.
Ich sehe es so, dass man immer dazu lernt und gemeinsam weiter erforscht was schön ist – und nicht, dass man zusammen passt oder nicht. Jeder Mensch entwickelt sich weiter. Wie seht ihr das?
Und habt ihr Tipps für mich wie ich weniger an den Orgasmus denke und es einfach geschehen lasse? Ich würde gerne alles viel leichter nehmen.
Unsere Antwort
Erstmal: Du bist eine sexuell sehr gut "funktionierende" Frau. Und es ist eindrücklich, was du für eine sexuelle Entwicklung gemacht hast.
Du beschreibst eine sehr schöne Sexualität mit deinem Partner. Es ist wirklich schade, wenn du deine gute und schöne Sexualität so durch deine Haltung störst. So sehe ich deine Haltung: Du findest, der Sex muss mit dem Orgasmus enden, und der Orgasmus muss auf eine bestimmte Weise (vaginal) und zu einem bestimmten Zeitpunkt (beim Sex mit dem Partner) passieren. Du merkst selbst, wie du dich durch diese Haltung hemmst und dir selbst die sexuelle Lust wegnimmst. Ein Orgasmus braucht aber nicht nur sexuelle Erregung, sondern auch Lustgefühle.
Zum Thema "vaginal" versus "klitoral": Es gibt eine Studie, die herausgefunden hat, dass Frauen Orgasmen intensiver erleben, wenn sie sowohl Vagina als auch Klitoris stimulieren. Warum willst du dir das eine vorenthalten? Das wäre, wie wenn du sagst: "Auf mein Essen darf nur Salz kommen, aber kein Pfeffer". Oder umgekehrt. Warum? Bitte lies diesen Text über "klitorale" und "vaginale" Orgasmen.
So wie du das beschreibst, überträgst du deinen Stress auf deinen Partner. Oder ist er derjenige, der darauf pocht, dass ihr beide einen Orgasmus habt? Wie kam es dazu, dass dein Freund gesagt hat, dass ihr vielleicht nicht richtig zusammenpasst? Ging es darin über den Orgasmus? Was waren seine Begründungen, warum ihr vielleicht nicht zusammenpasst? Hier müsste ich mehr wissen.
Mein Rat an dich ist, dass du deinem Freund sagst, dass du dir zuviel Stress rund um den Orgasmus gemacht hast, und dass du eine neue Richtung einschlagen möchtest. Nämlich: "Der Weg ist das Ziel". Ich würde dir empfehlen, dir vorzunehmen, beim Sex mit deinem Partner keinen Orgasmus zu haben. Das kannst du ihm sagen – mit der Begründung, dass du dich auf das lustvolle Erleben konzentrieren möchtest. Wenn er dir nicht glaubt, liegt das möglicherweise an seiner Erfahrung mit dir. Da ist es sinnvoll, wenn du Taten sprechen lässt.
Für deinen Partner ist es auch sinnvoll, wenn du ihm mitteilst, dass er dir keinen Orgasmus macht, sondern dass das deine eigene Sache ist. Bitte lies dazu diesen Text.
Wie kannst du weniger an den Orgasmus denken und es einfach geschehen lassen? Hier würde ich auch eine körperliche Intervention empfehlen. Diese heisst: Bewegung des Oberkörpers. Dazu findest du in diesem Text Tipps. Ebenfalls finde ich es sinnvoll, wenn du darauf achtest, dass du mit dem Bauch atmest. Dazu findest du in diesem Text Tipps. Warum sind diese Interventionen hilfreich? Es geht um dein autonomes Nervensystem, das du so beruhigen kannst. Du kommst so eher zu einer ergebnisoffenen Haltung und einem lustvollen Erleben. Hierzu empfehle ich dir diesen Text.
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Frage Nr. 38528 von 02.07.2024
Ist es normal, mit 20 noch nie selbstbefriedigt zu haben?
Unsere Antwort
Ja, das ist ganz normal. Jeder Mensch hat sein ganz eigenes Tempo, und wann jemand damit anfängt Selbstbefriedigung zu machen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche Menschen entdecken und erleben Selbstbefriedigung früher, während andere vielleicht nie das Bedürfnis oder Interesse daran haben.
Wenn du daran interessiert bist, Selbstbefriedigung auszuprobieren, dann lies doch mal diesen Text für Frauen und alle mit Vagina oder diesen Text für Männer und alle mit Penis.
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Frage Nr. 38522 von 01.07.2024
gibt es cremes/zäpfchen/.... Die bei Vaginismus ganz direkt auf die muskulatur einwirken, also entspannend wirken? Am besten auch wissenschaftlich geprüft, man liest so vieles von dem ich nicht weiss wie einordnen....(CBD-öl, botox usw). Auf twitter schreibt ein Mädchen sogar dass sie tabletten nimmt die muskelentkrampfend wirken. Wenn sie die nimmt kann sie sex haben trotz vaginismus und hat keine Schmerzen. Was haltet ihr von sowas
Unsere Antwort
Grundsätzlich gibt es kein wissenschaftlich geprüftes Medikament, dass dafür zugelassen wurde, bei Vaginismus zu helfen. Der Einsatz von Botox ist eine invasive Methode und kann auch nur eine vorübergehende Lösung bringen oder nicht zum gewünschten Effekt führen.
Ich rate dir ab vom Gebrauch von Medikamenten gegen den Vaginismus. Denn das Hauptproblem bei Vaginismus ist nicht die Muskelspannung, sondern die Tatsache, dass diese Spannung unwillkürlich passiert. Also sie passiert, ohne dass du sie bewusst beeinflussen kannst. Dahinter liegt eine bewusste oder unbewusste Angstthematik.
Um gegen den Vaginismus anzugehen, ist es zentral, dass du lernst, Kontrolle über deine Beckenbodenmuskulatur zu gewinnen, und dass du wirklich vertraut wirst mit der Vagina. Dies sind die besten Mittel gegen Angst und unwillkürliches Verkrampfen der Muskeln. Medikamente, die betäuben oder lähmen, sind aus meiner Sicht ein Schuss nach hinten raus, denn sie gehen die Angstthematik nicht an - im Gegenteil, sie bringen dich noch weiter weg von Wahrnehmund und Kontrolle deiner Vagina/Beckenbodenmuskulatur.
Ich empfehle dir, dass du dir unser Kapitel zum Thema Vaginismus durchliest und insbesondere die Tipps zum allein Üben befolgst.
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Frage Nr. 38510 von 28.06.2024
Hallo,
wir sind zwei Gesundheitsfachpersonen und sind auf der Suche nach einem Kommunikationstool/Konzept, für Gesundheitsfachpersonen um Tabuthemen wie Sexualität bei Patient:innen anzusprechen.
Habt ihr Literaturempfehlungen, falls nicht, habt ihr konkrete Beispiele wie das Thema Sexualität angepsrochen werden kann.
Liebe Grüsse
Unsere Antwort
Das ist ein wichtiges Thema, wie schön, dass ihr euch damit auseinandersetzt. Wir wissen aus unseren Beratungsanfragen, dass es vielen Patient*innen schwer fällt, Beschwerden rund um ihre Sexualität mit Gesundheitsfachpersonen anzusprechen. Sie erfahren Erleichterung, wenn die Gesundheitsfachpersonen das Gespräch öffnen.
Uns ist dazu zum Beispiel eine Broschüre und ein englischsprachiges Webinar der European Cancer League bekannt. Das kommt meiner Einschätzung nach am nähesten ran an das, was sie suchen.
Ausserdem finden wir dieses Review zur Erfahrung von jungen Menschen im Rollstuhl und dem Umgang mit ihrer Sexualität empfehlenswert. Ebenso wie diese Broschüre für Menschen mit Behinderung.
Wir hoffen, das hilft weiter und wünschen gutes Gelingen.
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Frage Nr. 38507 von 27.06.2024
Hallo liebes Lilli Team,ich habe hier schon einige Fragen euch gestellt und bisher immer zufrieden mit den Antworten und Tipps gewesen.
Nun habe ich erneut eine Frage an euch...Und zwar habe ich vor einer Weile im Netz nach neue Mastubationstechniken gesucht und fündig geworden...In diesem Artikel ging es darum das man um mehr Spaß zu haben sich diese einmal Latexhandschuhe nutzen kann um den Reibungswiderstand zu minimieren...Ich fande das eine gute Möglichkeit oder zumindest mal was ich ausprobieren kann,gesagt getan...Habe mir dann so eine Packung gekauft und es gleich ausprobiert, natürlich mit Gleitgel da es ohne echt weh tun kann...Habe diese dann immer wieder zum Masturbieren benutzt,und dann leider feststellen müssen das wenn ich es mir mal ohne diese Handschuhe selbst mache kaum noch erregend ist und ich Schwierigkeiten habe eine vollständige Erektion zu bekommen,selbst mit Gleitgel.
Habe dann noch weitere male ohne Handschuhe versucht doch leider klappt das nicht so gut.
Meine Frage lautet jetzt ob ich mich einfach zu sehr daran gewöhnt habe,und es mir deshalb schwer fällt ohne Handschuhe zu masturbieren oder könnte es auch noch andere Gründe haben?
Ich danke euch schonmal im voraus für die Antwort :)
(M,36 und Single)
Unsere Antwort
Du hast richtig erkannt, dass Du dich bei der Masturbation an die Latexhandschuhe gewöhnt hast. Da die Handschuhe nun fest mit deiner Erektion verbunden sind, fällt es Dir schwer, die Handschuhe wegzulassen. Folgenden Vorschlag habe ich für Dich, wenn Du eine Änderung wünscht:
Versuche von dem Handschuh einen kleinen Zipfel abzuschneiden. Wenn das Masturbieren dann gelingt, kann ein weitere Teil entfernt werden. So hast du die Möglichkeit, dich in kleinen, langsamen Schritten von den Handschuhen zu lösen. Mache es in dem Tempo, wie es für Dich passt. Das braucht seine Zeit. Denn das Gehirn lernt durch viele Wiederholungen. Bitte lies dazu unseren Text über das sexuelle Lernen.
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Frage Nr. 38505 von 27.06.2024
Vielen Dank für die hilfreichen Antworten zu meiner Frage.
Eine kleine zusätzliche habe ich aktuell:
Was denkt wie lange kann es dauern bis ich beim Geschlechtsverkehr die nötige Stimulierung aufbaue um dann regelmäßig in die Vagina zu spritzen? Sind das Wochen oder kann das auch Monate dauern bis mein Gehirn die nötigen Synapsen gebildet hat?
Meine Übungen mache ich klar weiter.
Vielen Dank
Unsere Antwort
Das hängt zum einen davon ab, wie viel und wie oft du übst. Zum anderen davon, welche Haltung du beim Üben hast. Am besten klappt es, wenn du die Übungen regelmässig machst und mit Neugierde und Interesse an die Sache herangehst. Ausserdem ist es wichtig, dass deine Aufmerksamkeit auf das gerichtet ist, was du tust. Es macht keinen Sinn, die Übungen zu machen, während du ein Buch liest. Das Training der Wahrnehmung braucht Aufmerksamkeit.
Wie lange es dauert, bis du eine grosse Veränderung bemerkst, ist individuell und hängt auch von deiner Lerngeschichte ab. Es gibt da keine festen Regeln. Manchmal kann es länger dauern, aber nach und nach wirst du immer mehr kleine Veränderungen feststellen. Du wirst immer mehr wahrnehmen, und du wirst das, was du wahrnimmst, immer erregender finden. Jeder Schritt ist ein Erfolg.
Falls du sie noch nicht kennst, empfehle ich dir auch die beiden Texte «Wie funktioniert sexuelles Lernen?» und «Warum und wie für den Sex üben?».
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Frage Nr. 38495 von 26.06.2024
Hallo, ist es normal dass man bei der Selbstbefriedigung nicht zum Orgasmus kommen kann ausser wenn man an den festen Freund denkt? Oder ist das schon eine Krankhafte Obsession?
Unsere Antwort
Nein, das ist keine krankhafte Obsession. Es zeigt lediglich, dass für dich dein fester Freund eine wichtige Quelle der sexuellen Erregung ist. Stört dich das?
Falls du neugierig auf eine Veränderung bist: Du kannst dein ganzes Leben lang sexuell dazulernen. Du kannst also noch viele andere Quellen der sexuellen Erregung entdecken, mit denen du deine sexuelle Erregung bis zum Orgasmus steigern kannst.

Wie machst du das in den letzten Sekunden vor dem Orgasmus? Also was machst du mit deinem Körper in diesem Moment? Und was machst du anders, wenn du nicht an deinen festen Freund denkst? Du könntest mal versuchen, dich mithilfe dieser Texte einzuordnen.
Du kannst über deinen Körper sehr viel Einfluss darauf nehmen, wie du die sexuelle Erregung erlebst. Vielleicht hast du Lust auch mal in diesen Texten zu stöbern und die Tipps umzusetzen: Erregung zum Orgasmus: Tipps für Frauen, Wie funktioniert sexuelle Erregung? und Gute Gefühle beim Sex durch Bewegung des Oberkörpers.
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Frage Nr. 38480 von 23.06.2024
w/25.
Habe folgendes Problem. Wenn ich allein bin, kann ich mich problemlos selbstbefriedigen und zum Orgasmus kommen. Aber sobald mein Partner auch nur im gleichen Raum ist, und ich mich anfasse, passiert irgend etwas, dass es für mich anstrengend und nicht mehr schön macht. Ich merke das auch daran, dass zwischendurch meine Feuchtigkeit wieder ein bisschen verschwindet und meine Vagina enger wird. Und es allgemein eher ein Kampf ist, den Höhepunkt zu erreichen. Der ist dann auch meistens nicht besonders toll. Ich habe das testweise auch mal ausprobiert, als er neben mir geschlafen hat (mit seiner Zustimmung), und sogar da hatte ich das gleiche Problem.
Ich habe ähnliche Erfahrungen auch schon mit früheren Partnern gemacht, aber mit meinem jetzigen Partner bin ich nun schon 3 Jahre zusammen und ich fühle mich absolut wohl und entspannt in seiner Nähe, wir können über alles reden usw, deshalb glaube ich, liegt es irgendwo an mir.
Kann wirklich die reine Anwesenheit eines anderen Menschen so einen Unterschied auf mein körperliches Empfinden machen? Es ist egal, wie sehr ich drauf achte, mich zu entspannen, tief zu atmen..., ich merke da keine Verbesserung.
Und so lange ich das nicht mal bei meinen eigenen Berührungen selber beeinflussen kann, glaube ich, ist es schwierig, beim gemeinsamen Sex etwas zu verändern (also z.B. wenn er mich berührt). Deshalb möchte ich jetzt erst mal dieses Thema angehen, und herausfinden, wie ich meine Erregung in der Anwesenheit meines Partners auf entspannte und angenehme Art und Weise steigern kann.
Für irgend welche Ansatzpunkte, egal welcher Art, wäre ich dankbar!
Unsere Antwort
Es macht Sinn, dass es für dich einen großen Unterschied macht, ob dein Partner im Raum ist oder nicht.
Der Unterschied im körperlichen Empfinden geht garantiert mit einem erhöhten Stresszustand einher. Du beschreibst selbst, dass es dann anstrengend und nicht mehr schön ist. Du achtest darauf, dich zu entspannen – nun, wir können uns nicht sexuell erregen in einer reinen Entspannung. Es braucht auch Anspannung. Was ist denn deine Technik der sexuellen Erregung? Je mehr Bewegung deine Technik enthält – insbesondere im Oberkörper –, desto einfacher fällt es dir, deinen emotionalen Zustand positiv zu beeinflussen. Möglicherweise könntest du deine Technik dahingehend noch erweitern.
Spannend für dich könnte außerdem sein, Selbstbefriedigung vor dem Spiegel zu machen. Mehr dazu steht in unserem Text Wie kriege ich Lust darauf, mich der*dem anderen zu zeigen?
Du schreibst, dass du erstmal das Thema angehen möchtest, wie du die Selbstbefriedigung in seiner Anwesenheit angenehmer und erregender erleben kannst. Das sehe ich nicht ganz so. Es ist sehr anspruchsvoll, sich gelassen vor einer anderen Person selbstzubefriedigen. Ich halte es für sehr sinnvoll, dass du beim Sex mit deinem Partner mehr in Bewegung kommst, denn so beeinflusst du dein Erleben. Ich empfehle dir außerdem, neugierig zu beobachten, was du körperlich anders machst je nachdem ob du allein bist oder mit Partner. Wo spannst du an? Wie atmest du? Welche Stellen deines Körpers werden stimuliert? Und auch was stört und was befeuert deine sexuelle Erregung?
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Frage Nr. 38471 von 21.06.2024
Hallo, ich (w, 42) und mein Sohn (15) stehen in gutem und offenem Kontakt, wir können über fast Alles reden und er fragt auch gerne noch nach Rat. Nur beim Thema "Pornos" bin ich ziemlich überfordert. Als Eltern haben wir ihm versucht zu erklären, dass Pornos selten der Realität entsprechen... das Frauen sich einigen Sachen nicht hingeben müssen und Männer nicht glauben sollten, manche Dinge leisten zu müssen... mein Sohn bestätigt unsere Ansichten und ich glaube auch, dass er es differenzieren kann.
Trotzdem triggert es mich sehr, dass er sich ab und an ein Porno anschaut (Letztens hat er vergessen den Verlauf auf meinem tablet zu löschen). Mir ist klar, dass er sich voll in der Pubertät befindet und es aus Neugier tut und ich will es ihm auch nicht verbieten. Ich finde die Vorstellung, dass er dann da sitzt und sich so etwas anschaut, nur so abstoßend und frage mich, was ich machen kann, um es besser zu akzeptieren??
Mir selber, ist Sex nicht so wichtig, teils denke ich auch das ich eher asexuell bin. VG
Unsere Antwort
Dass du mit deinem Sohn über alles sprechen kannst zeigt, dass du eine gute Verbindung mit ihm hast. Im Gespräch mit dir zeigt dein Sohn die Fähigkeit, die verschiedenen Realitäten differenzieren zu können. Das ist viel wert.
Du willst deinem Sohn nicht vorschreiben, wie er seinen Körper und seine Sexualität zu entdecken hat. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob es für dich vielleicht angenehmer wäre, wenn du nicht so Konkretes (Zum Beispiel im Verlauf sehen, was er geschaut hat) mitbekommst von diesem Prozess? Denn da geht es auch um eine Abgrenzung deinerseits. Dein Sohn darf seine Sexualität ausleben und du stehst ihm natürlich mit Rat zur Seite und beantwortest seine Fragen. Gleichzeitig darfst du mit ihm ungeniert ein Gespräch darüber führen, wo und mit welchem Gerät er Pornografie konsumieren kann und mit welchem nicht. Dazu interessiert dich vielleicht auch unser Text Wo kann ich Selbstbefriedigung machen? Dass es dich als Mutter irritiert, den Pornoverlauf zu sehen (Und das Kopfkino angeht) ist verständlich und da kannst du ihm gut Grenzen aufzeigen. Interessanterweise kann er hier etwas wichtiges lernen, was du im Gespräch bereits aufgezeigt hattest. Frauen müssen nicht alles mitmachen. An deinem Verhalten lernt er also auch den Umgang mit Grenzen. Du kannst ihm an dieser Stelle etwas wichtiges vorleben.
Du beschreibst auch, dass Sex für dich nicht so wichtig ist. Das ist in Ordnung. Du lebst deine Sexualität so, wie du es willst und dein Sohn darf seine Sexualität so erforschen und schauen, wie es für ihn passt. Es ist okay, wenn ihr euch da unterscheidet. Während dein Sohn erwachsen wird, werden mehr und mehr Dinge auftauchen, in denen ihr unterschiedlich seid.
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Frage Nr. 38462 von 20.06.2024
Liebes Lilli Team, ich habe ein Problem meine Erektion beizubehalten (m, 33). Ich versuche nun seit ca. 5 Wochen die Beckenbodenübungen zu machen, aber leider ohne Erfolg. Was würdet ihr mir noch empfehlen?
Unsere Antwort
Erektionsprobleme haben häufig nicht nur einen einzigen Grund. Viele Dinge kommen zusammen. In diesem Text haben wir beschrieben, wie es zu Erektionsproblemen kommen kann. Hast du die Erektionsprobleme nur beim Sex mit anderen? Dann lies bitte auch diesen Text. In dem Fall empfehle ich dir auch sehr unsere Tipps, um alleine für den Geschlechtsverkehr zu üben.
Versuche mal reinzuspüren, ob die folgenden Punkte bei dir eine Rolle spielen:
Weitere Tipps, was du bei Erektionsproblemen tun kannst, findest du in diesem Text. Und wenn du immer noch nicht weiterkommst, kannst du uns gerne noch einmal schreiben. Bitte gib dabei wieder die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 38455 von 18.06.2024
Hallo,
ein großes Danke für das Beantworten der Frage 38294.
Da ihr geschrieben habt, dass ich mich bei weiteren Fragen melden kann, mache ich das mal.
Mein "Partner" ist eine Freundschaft Plus, weswegen wir uns nicht ganz so häufig sehen. Er weiß aber, dass das mit ihm die ersten sexuellen Erfahrungen sind und mittlerweile sind wieder ein paar Treffen zustandegekommen.
Ich denke, damit, dass ich noch viel zu sehr im Kopf bin, habt ihr genau den Punkt getroffen. Es wird sehr langsam besser (und es dauert ja auch immer, bis ein Treffen zustande kommt und ich meine nächsten Erfahrungen machen kann), aber mich beschäftigt sehr, wie ich besser ins Spüren kommen kann. Denn ich fühle mich bei ihm sehr wohl und er hat mir auch klar gemacht, dass von ihm kein Druck kommt und es nicht schlimm ist, wenn ich etwas "falsch" mache und ich wohl gerne einfach ausprobieren kann, was ich möchte.
Ich habe aber Schwierigkeiten, mit ihm mit Kondom zu schlafen. Ich scheine dann, in dem Moment, indem er sich das Kondom überzieht, unbewusst zu verkrampfen oder nachzudenken, sodass es schwierig wird, den Penis einzuführen und wir das dann meistens abbrechen. Ich überlege, ob ich zu große Angst vor Schmerzen habe, seit ich nach der Pilzinfektion mit ihm Sex und dabei Schmerzen hatte. Seitdem hat es einmal mit der Penetration geklappt. Da hatte ich überhaupt keine Schmerzen und es war sehr gut, allerdings muss ich gestehen, dass wir da ohne Kondom den Coitus interruptus gemacht haben. Es war sehr spontan und ich habe gar nicht wirklich gemerkt, als der Penis eingeführt wurde. Wie gesagt, es war sehr angenehm und eine gute Erfahrung, die die vorherige schmerzhafte ja eigentlich ausgleichen könnte. Deswegen weiß ich nicht, warum es nicht klappt, wenn wir mit Kondom Sex haben wollen. Denn ich habe auf jeden Fall Lust und würde gerne das schöne Erlebnis wiederholen oder da anknüpfen. Ich merke auch nicht, dass ich da verspannt bin. Ich versuche häufiger auch so, den Beckenboden anzuspannen und da merke ich einen Unterschied, deswegen weiß ich einfach nicht, was ich tun soll.
Danke schonmal für die Antwort, ich bin euch sehr dankbar, wenn ihr mir irgendwie weiterhelfen könnt.
PS: Dass meine Brustwarzen bei Erregung nicht fester werden, irritiert mich immer noch. Ich kann das mit der Hand bewirken, aber das erregt mich an sich nicht. Wenn ich aber körperlich sehr wohl erregt bin, passiert da nichts. Ist das komisch?
Unsere Antwort
Schön dass du die Erfahrung machst, dass es langsam besser wird! Du bist also schon auf dem richtigen Weg. Was meinst du mit "ich will mehr ins spüren kommen"? Ich vermute mehr körperlich spüren, weniger im Kopf sein?
Das kannst du lernen. Lies dazu bitte unseren Text Wie spüre ich mehr in meiner Vagina? Und mache die Übungen regelmässig. Denn Veränderung braucht Wiederholung. Wieso das wichtig ist und wie das geht, kannst du in unserem Text über sexuelles Lernen lesen.
Ich empfehle dir, nicht nur mit deinem Partner zu üben. Sondern auch in der Solosexualität. Gerade wenn du mehr ins Spüren kommen möchtest, lohnt sich die Selbstbefriedigung. Hier kannst du ganz in Ruhe ausprobieren. Ohne Ablenkung kannst du dich bewegen, atmen, berühren und dabei hinspüren. Wie fühlt sich was an? Welche Unterschiede gibt es? Was verändert sich?
Schmerzen beim Sex können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Das Kondom an sich verursacht keine Schmerzen. Was ist sonst noch anders, wenn ihr ein Kondom benutzt? Fällt es euch leichter, die sexuelle Erregung zu steigern ohne Kondom? Wie könntet ihr das auch mit Kondom hinkriegen?
Von dem was du beschreibst, könnte Anspannung ein Grund für die Schmerzen sein. Dann würde es helfen, sich zu bewegen. Aber vielleicht ist die Pilzinfektion auch noch/wieder da. Dann solltest du nochmal zum/zur Gynäkolog*in gehen. Wir haben eine Checkliste geschrieben. Sie hilft herauszufinden, wann die Schmerzen auftreten. Außerdem solltest du unseren Text zu Ursachen für Schmerzen lesen. Vielleicht reicht das schon, damit du dem Grund auf die Schliche kommst. Ansonsten kannst du uns die Antworten der Checkliste schreiben, dann können wir dir besser helfen.
Die Brustwarzen können eine Rolle bei der Erregung spielen und sich aufstellen, wenn man sexuell erregt ist. Das ist aber nicht immer und automatisch der Fall. In den Brustwarzen sind sehr viele Nervenenden. Wenn die Berührung an der Brust nicht mit sexueller Erregung verknüpft ist, dann stellen sich die Brustwarzen nicht auf. Es ist also völlig normal, wenn sie es tun. Es ist auch völlig normal, wenn sie es nicht tun. Du kannst an der Verknüpfung arbeiten, wenn du das willst. Baue die Brüste und Brustwarzen in deine sexuelle Erregung ein. Lies unseren Text über die weibliche Brust.
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