Frage Nr. 39176 von 01.12.2024
Wie weiß ich das ich und mein Freund nicht zu schnell sind. Sollten wir warten oder wie entscheidet man das ?
Unsere Antwort
Geht es dir um die Entscheidung, miteinander Sex zu haben? Das ist eine sehr persönliche Entscheidung, die nur ihr beide gemeinsam treffen könnt. Dieser Text kann euch dabei helfen.
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Frage Nr. 39171 von 29.11.2024
Hallo, ich bin w und 14 jahre alt. Vor ein paar Wochen habe ich das erstemal mit einem Jungen geschlafen, Vorgestern sagte mir meine Mutter, dass sie in meiner Jackentasche ein Kondom gefunden hat und wissen wollte woher ich das habe. Ich sagte ihr, dass es sich dabei um einen blöden Spaß einer Mitschülerin handelte. Allerdings bin ich aber ziemlich sicher dass sie mir nicht geglaubt hat und erwartet dass ich ihr die Wahrheit gestehe. Wie soll ich mich jetzt verhalten
Unsere Antwort
Es ist verständlich, dass du in dieser Situation zu einer Notlüge gegriffen hast. Du warst überrascht und nicht vorbereitet auf dieses Gespräch. Wenn du Recht hast, und deine Mutter dir wirklich nicht geglaubt hat, könnte auch sie das Thema noch einmal ansprechen. Aber wenn sie das nicht bald tut, empfehle ich dir, dass du es ansprichst. Denn diese ungeklärte Situation scheint dich zu stressen.
Die meisten Eltern sorgen sich um das "Erste Mal" der Kinder. Eltern haben Angst, dass sich ihr Kind nicht richtig schützt vor Schwangerschaft und vor sexuell übertragbaren Krankheiten, oder dass es dazu gedrängt wurde. Aus deinen Zeilen lese ich, dass ihr verhütet habt und dass du den Sex auch wolltest, richtig? Insofern sollte das für deine Mutter keine erschreckende Nachricht sein.
Ich weiss nicht, was du mit deiner Mutter über das Thema schon besprochen hast und woher dein Gefühl kommt, etwas "gestehen" zu müssen. Es klingt fast so, als hätte sie dir explizit davon abgeraten. Als hättest du ein schlechtes Gewissen. Wenn ja: Woher kommt das? Könnte sie wütend auf dich sein, dass du schon Sex hattest mit jemandem?
Wenn du bereit bist, deiner Mutter zu erzählen, dass du das "Erste Mal" schon hattest, solltest du das vorbereitet angehen: Sag deiner Mutter, du würdest gerne mit ihr etwas Persönliches besprechen, und mach einen Termin ab mit ihr. So seid ihr beide bereit für ein ernstes Gespräch, und es passiert nicht zwischen Tür und Angel. Und deine Mutter wird sich bis dahin auch Gedanken machen, worum es gehen könnte. Vielleicht erinnert sie sich an das gefundene Kondom und bereitet sich innerlich auf die Botschaft vor, dass du das "Erste Mal" schon hattest. Dadurch wird sie hoffentlich überlegter und ruhiger reagieren.
Erzähle gleich am Anfang, dass ihr euch gut vorbereitet und gut geschützt habt (Kondom). Und dass du nicht ehrlich warst, als sie dich auf das Kondom ansprach, weil du dich überrumpelt gefühlt hast.
Falls deine Mutter wütend ist, oder enttäuscht, dass du schon Sex hattest: Denk daran, dass du allein entscheiden darfst, wann du sexuelle Handlungen mit wem eingehen möchtest. Das gehört zu deinen sexuellen Rechten. Lies dazu bitte diesen Text.
Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Mutter sich beruhigt, wenn sie merkt, dass du dich auskennst und keine Dummheiten machst. Dazu empfehle ich dir diesen Text über Schwangerschaftsverhütung und diesen Text über safer Sex. Vielleicht interessiert dich auch dieser Text darüber, wie du auf Verhütung bestehen kannst. Wichtig ist auch, dass du dich über die Altersregeln beim Sex auskennst. Du kannst dich in diesem Text über das sogenannte „Schutzalter" informieren.
Wenn du gegenüber deiner Mutter dein Wissen zeigst, entwickelt sie eher Vertrauen darin, dass du dich für dich selbst und deine Sicherheit einsetzen kannst, und dass sie sich weniger Sorgen machen muss.
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Frage Nr. 39165 von 28.11.2024
Hallo, ich habe einen ausgeprägten Materialfetisch (Feinstrumpfhosen, Aerobickleidung) und brauche das zur Erregung, also die Partnerin muss das anhaben. In der Tat habe ich lieber keinen Sex als Sex mit einer nackten Frau. Meine Masturbationsfantasien drehen sich auch nur um die Kleidung. Inzwischen empfinde ich meine Fixierung als große Unfreiheit.
Kann ich
- den Fetischismus ersetzen, z. B. eine nackte Frau erotisch zu finden und zu wollen?
- die Bedeutung des Fetischmaterials geringer werden lassen, also dass mich das weniger erregt?
Mann, 52 Jahre
Unsere Antwort
Stell dir das so vor: Du hast sehr gut gelernt, dich auf eine bestimmte Art und Weise sexuell zu erregen. Dazu gehören bestimmte Fantasien oder Materialien. Je mehr du das tust, desto besser übst du es. Aber du übst nichts anderes. Und so lernst du immer besser, dich so zu erregen – aber du lernst nicht, dich auch auf andere Weise zu erregen.
Der Weg aus der Unfreiheit ist das Erforschen und Üben neuer Methoden und Quellen der sexuellen Erregung. So lernst du neue Möglichkeiten der sexuellen Erregung. Du wirst zeitlebens Feinstrumpfhosen und Aerobickleidung sexuell auch erregend finden können – aber es wird kein Muss mehr sein.
Der Knackpunkt ist, dass alles, was du neu probierst, weniger erregend und aufregend ist als dein Fetisch. Es wird sich lau anfühlen. Du wirst so wahrscheinlich erst mal keine befriedigende Erektion bekommen und ziemlich sicher keinen Orgasmus. Die beste Vorgehensweise ist, dass du deine Erregungstechnik bei der Selbstbefriedigung "störst", in dem du Gewohntes mit Neuem abwechselst in kurzen Zeitabschnitten (30 Sekunden bis eine Minute). Wir beschreiben das genauer im Text über das Üben.
Zusätzlich empfehle ich dir, dass du, unabhängig von sexueller Erregung, erforschst, was dein Penis so alles zu bieten hat an guten Wahrnehmungen – die sich mit der Zeit dann auch erregend anfühlen können. Hierzu empfehle ich dir diesen Text.
Es wäre kein Luxus, wenn du dich auf deinem Lernweg begleiten lässt. Ich empfehle eine Sexualtherapie nach dem Sexocorporel-Ansatz. Schau mal ob es da in deiner Nähe etwas gibt. Möglich ist auch das Übungsbuch Klappt's? von Michael Sztenc. Es ist ein guter Begleiter, wenn du dich auf eine Forschungsreise machst, deinen Körper und deine Sexualität neu zu entdecken.
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Frage Nr. 39164 von 28.11.2024
Guten Tag, ich bin eine Frau, 45 Jahre, seit 15 Jahren verheiratet.
Ich habe mir schon als Jugendliche angewöhnt, mich unter hoher Körperspannung, mit harten Fantasien und heftigem Rubbeln zum entspannenden Orgasmus zu bringen. Ich werde dabei nicht erregt (feucht), das Verfahren ist sozusagen eine zuverlässige gebahnte Abkürzung zum Orgasmus, ohne eigentliche Erregung.
Wie kann ich lernen und üben, feucht / erregt zu werden?
Im Moment gibt es nichts, was echte Erregung auslöst.
Danke!
Unsere Antwort
Du irrst dich: Du bist sehr erregt. Du kannst nämlich nicht ohne sexuelle Erregung zu einem Orgasmus kommen. Der Orgasmus passiert dann, wenn die sexuelle Erregung bis zu einem bestimmten Punkt ansteigt. Wenn du trotz sexueller Erregung nicht feucht wirst, liegt das dran, dass die Muskelspannung so hoch ist: Das hemmt dann den Fluss der Flüssigkeit von den Blutbahnen in die Vagina. Es gibt Methoden der sexuellen Erregung, die mit weniger hoher Muskelspannung einhergehen und durch Bewegung die Durchblutung zusätzlich fördern. Das führt dann dazu, dass deine Vagina feuchter wird. Es wäre also für dich interessant, das zu lernen.
Wahrscheinlich wünschst du dir auch ein lustvolleres Erleben der sexuellen Erregung. Sexuelle Erregung ist ein rein körperlicher Ablauf. Das kannst du in diesem Text nachlesen. Wie lustvoll wir ihn erleben, hängt ebenfalls damit zusammen, was wir mit dem Körper machen. Auch hier ist hohe Muskelspannung bisweilen nicht förderlich, denn genussvolle Gefühle können in hoher Muskelspannung nicht so gut entstehen. Sie können eher entstehen, wenn du den Körper beim Sex mehr bewegst.
Ich empfehle dir, dass du dazu den Text über Vor- und Nachteile der hohen Muskelspannung beim Sex liest und den Text, der erklärt, wieso Bewegung beim Sex hilft.
Es lohnt sich deshalb für dich, sexuelle Erregung mit mehr körperlicher Bewegung zu üben. Dazu ist die Beckenschaukel für dich interessant, sowie diese Tipps zu Bewegung im Oberkörper beim Sex. Und schliesslich empfehle ich dir auch tiefes Atmen beim Sex.
Zudem ist es durchaus hilfreich, wenn du deine Vagina in deine Selbstbefriedigung integrierst, sofern sie nicht schon Teil deiner erlernten Technik ist. Lies dazu bitte den Text, wie du deine Vagina erregen kannst. Wenn du sie mehr in dein Erregungsmuster einbaust, förderst du auch die Durchblutung in ihr.
Bewegung fühlt sich ganz anders an als hohe Anspannung. Wenn du das ausprobierst, ist es möglich, dass sich alles zuerst einmal neutral oder nur minim erregend für dich anfühlt. Das ist normal und liegt daran, dass dein Gehirn erst durch wiederholtes Üben lernt, es als erregend zu empfinden. Lies dazu bitte den Text darüber, wie sexuelles Lernen funktioniert.
Du kannst zum Beispiel zuerst eine Weile die Beckenschaukel üben. Übe diese erst einmal ohne sexuelle Erregung. Danach kannst du probieren, dich mit deiner gewohnten Methode und mit Unterstützung deiner weiteren Erregungsquellen (Fantasien, u.s.w.) zu erregen. Sobald du spürst, dass die Erregung ansteigt, kannst du versuchen, eine Pause einzulegen und Tief zu atmen, während du dein Becken bewegst. Lasse deine Hand oder deine Finger dabei auf der gewohnten Stelle liegen. Vielleicht ist es sogar mal interessant, die Hand bei diesen Bewegungen still zu halten und den Körper zu bewegen. Setze dazu die Beckenschaukel ein. So senkst du zwischendurch die Spannung in deinem Körper und bringst Bewegung rein. Beginne dann, wenn die körperliche Erregung nachlässt, wieder mit deiner gewohntem Methode. Vielleicht ist es möglich, das Rubbeln zwischenzeitlich zu verlangsamen oder mit dem Druck der Finger zu spielen. Wie fühlt sich dabei deine Vagina an? Je öfters du mit all diesen Variationen spielst, desto mehr trainierst du neue Verknüpfungen zum deinem Gehirn. Weitere Tipps zum Üben findest du in diesem Text.
Gehe das Üben neugierig und ohne Druck an und gib dir genug Zeit dafür: Es braucht etwas Geduld, wenn du dich auf einen wenig erforschten Trampelpfad begibst, obwohl du weisst, dass es eine schnelle Autobahn gibt.
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Frage Nr. 39158 von 27.11.2024
Hallo, ich w. 44Jahre, bin verheiratet mit meinem zweiten Mann! Eigentlich dachte ich immer das unser Sexleben gut ist. Mein Mann hat krankheitsbedingt sehr viel abgenommen und ich bin übergewichtig! Jetzt kommt es häufiger vor das mein Mann beim Sex einfach sagt: „Es klappt nicht, zu viel im Kopf“, aber am nächsten Tag um 20 Uhr ins Bett geht und sich dann einen „runter holt“ und ich weiß das er sich dabei so sehr dünne Frauen in reizender Pose ansieht! Ich fühle mich damit schlecht . Kann es aber auch nicht ansprechen weil ich nicht so gut über meine Gefühle, Probleme und Ängste und Bedürfnisse reden kann! Warum tut mein Mann das?
Unsere Antwort
Wenn dein Mann eine Krankheit hatte und dadurch viel abgenommen hat, habt ihr vermutlich eine schwere Zeit durchgemacht. Sowohl die Krankheit, als auch das starke Abnehmen können das Begehren, die sexuellen Wünsche und Fantasien verändern.
Es gibt auf jeden Fall einen Grund, warum sich dein Mann in der Sexualität zurückzieht und für sich alleine sein möchte. Ich kann sehr gut verstehen, dass dich sein Verhalten verletzt. Es ist jedoch sehr wichtig, dass du das Thema ansprichst. Denn wenn du es nicht machst, wirst du die Handlungen deines Mannes nicht verstehen und er wird nicht wissen, was dich beschäftigt.
Ich möchte dich ermutigen, diesen wichtigen Schritt zu gehen. Durch eine wohlwollende Kommunikation habt ihr die Möglichkeit, wieder zueinander zu finden.
Dazu empfehle ich genügend Zeit einzuplanen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Zum Beispiel mit einem Getränk, das ihr mögt.
Versuche dein Anliegen aus deiner Sicht mit "Ich-Botschaften" zu erklären. Zum Beispiel: "Ich habe das Gefühl, dass dir der Sex mit mir schwerfällt."
Versuche in einer wohlwollende Haltung zu bleiben. Denn interessiertes Zuhören verhindert das Gefühl der Verurteilung.
Stelle Rückfragen wenn Du etwas nicht verstehst.
Sorge dafür, dass sowohl du als auch dein Mann ausreden können.
Wenn es zu einem Gespräch kommt, werden höchstwahrscheinlich Dinge gesagt, die unbekannt sind und verletzend. Versuche Vorwürfe zu vermeiden aber erkläre offen, wie es Dir damit geht.
Die Fähigkeit, über Gefühle, Probleme, Ängste und Bedürfnisse zu reden, entwickelst du durch Übung. Je öfter du es machst, umso selbstverständlicher fühlt es sich an. Ich empfehle dir dazu auch unsere Texte Wie stehe ich in meiner Beziehung für meine Bedürfnisse ein? und Konflikte: Wie bleibe ich fair?
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Frage Nr. 39139 von 24.11.2024
Hallo Lili,
ich, weiblich 15, wollte mal wissen ob man sich ohne Fantasien im Kopf erregen kann. Können Frauen sich einfach hinlegen, anfassen und sich nur auf die Berührungen fokussieren und dadurch langsam erregt werden bis sie kommen? Ohne, dass ich mir gleichzeitig Bilder oder erregende Geschichten vorstellen muss? Kann das Spaß machen?
Liebe Grüße
Unsere Antwort
Wie man sich erregt, ist sehr individuell. Es gibt Personen, die brauchen Fantasien, und solche, die haben keine Bilder im Kopf. Vermutlich haben aber auch sie innere Bilder, die sie zur Erregung nutzen. Oder die auftauchen, wenn sie erregt sind. Manchen Leuten sind die Bilder im Kopf einfach nicht bewusst.
Fantasien sind nicht die einzige Form, wie man sich erregen kann. Erregung auslösen kann man mit allen Sinnen: also durch Hören, Riechen, Sehen, Schmecken und Tasten. Und schliesslich ist es auch möglich, sich über Körperbewegungen und -berührungen zu erregen. Um das zu lernen, ist eine gute Körperwahrnehmung wichtig. Auch das ist jedoch lernbar. Wenn dich das interessiert, lies die Texte Wie funktioniert sexuelle Erregung? und Wie kann ich mich sexuell erregen?
Falls du grundsätzlich mehr Varianten der weiblichen Erregung kennen möchtest, lies bitte diesen Text. Oder wenn du konkret wissen möchtest, welche Teile des weiblichen Geschlechts erregbar sind, lies diesen Text.
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Frage Nr. 39129 von 23.11.2024
Hallo,
wie werde ich Männlich? Ich fühle mich nicht sexuell selbstsicher. Ich hatte noch nie Sex, eventuell liegt es daran? Mir fehlt wahrscheinlich die sexuelle Erfahrung, wodurch ich sexuell selbstsicher werde, oder?
Zu meiner Frage, wie werde ich mit meiner Sexualität selbstsicher? Ich stehe auf Frauen, aber irgendwie fehlt mir das Selbstbewusstsein, Sex mit einer Frau zu haben. Mir fehlt es schwer in Worte zu fassen, was mein Problem ist. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.
Unsere Antwort
Ja, ich verstehe, was du meinst. Du hast Recht, sexuelle Selbstsicherheit kommt durch Übung. Und die gute Nachricht ist: Du kannst auch selbstsicherer werden, wenn du alleine übst. Du kannst lernen, deinen Körper sexuell attraktiv zu finden, ihn als «heiss» oder «geil» zu geniessen, dich in deiner Haut als sexuelle Person wohl zu fühlen und liebenswert zu finden. Das macht dich auch in deiner Männlichkeit selbstsicherer. Schau dir dazu mal unsere Sextipps und Übungen für Männer und alle mit Penis an. All diese Übungen helfen dir, dass du dich besser und sicherer in deinem sexuellen Körper fühlst. Dazu empfehle ich dir auch das Buch «Klappt's?» von Michael Sztenc.
Wir haben ausserdem diesen Text darüber geschrieben, wie du beim Daten selbstsicherer werden kannst. Und in unserem Kapitel übers Dating und Verführen findest du viele weitere Tipps.
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Frage Nr. 39117 von 21.11.2024
Hallo Lilli,
Ich, weiblich, frage ob man als Frau auch einen Orgasmus haben kann, ohne irgendwelche Muskeln anzuspannen. Macht es das einfach schwer oder sogar unmöglich? Also zum Beispiel Missionarstellung und man liegt einfach nur da.
Was wenn ich dann anfange nur den Beckenboden anzuspannen, sonst nichts. Kann ich dann (erst?) meine Erregung bis zum Orgasmus steigern?
Unsere Antwort
Sexuelle Erregung kann auf ganz unterschiedlichem Weg ausgelöst werden. Lies dazu bitte diesen Text darüber, wie sexuelle Erregung funktioniert. Sobald sexuelle Erregung ausgelöst wird, steigt ganz automatisch die Spannung der Muskeln im Beckenbereich etwas an. Das heisst: Auch wenn du nicht bewusst Muskeln anspannst, sind die Muskeln nicht völlig entspannt.
Damit du die sexuelle Erregung zu einem Orgasmus steigern kannst, helfen schnellere, heftigere Stimulation, mehr Bewegung, intensivere Atmung und mehr Muskelspannung. Ebenfalls hilfreich sind intensivere Fantasien oder sonstige sexuelle Reize. Wie genau du dich zum Orgasmus erregst, ist ein ganz persönlicher Mix aus diesen so genannten Erregungsquellen.
Es gibt zum Beispiel Frauen, die können sich rein durch Anspannen von Muskeln bis zu einer Entladung erregen. Dazu interessiert dich vielleicht dieser Text. Andere Frauen steigern ihre Erregung mehr durch ein Spiel aus Anspannung und Entspannung in Bewegung. Dazu empfehle ich dir diesen Text. Und andere wiederum machen mit dem Körper gefühlt gar nicht so viel, sondern erregen sich durch Bilder und Gedanken im Kopf – deren Intensität geht allerdings ganz automatisch mit einer höheren Muskelspannung einher, ohne dass man das bewusst macht.
Und dann gibt es noch zahllose andere Wege zu einem Orgasmus. Irgend eine körperliche Aktivität, bewusst oder unbewusst, spielt da immer mit. Und das tut sie auch bei jeder Frau, die ohne bewussten körperlichen Einsatz beim Vaginalverkehr in der Missionarstellung zum Orgasmus kommt. Das ist allerdings eher selten, dass es so gelingt, die sexuelle Erregung zum Orgasmus zu intensivieren. In der Regel ist es dann mit intensiven Emotionen (z.B. grosse Verliebtheit) oder Fantasien verbunden.
Es ist grundsätzlich möglich, dass du durch starkes Anspannen des Beckenbodens in der Missionarstellung einen Orgasmus erreichst. Es kann allerdings sein, dass die sexuelle Erregung wieder abnimmt, wenn du zu sehr oder zu lange den Beckenboden anspannst, weil dadurch die Durchblutung des Beckenbodens und der Vagina unterdrückt wird, und weil du dein Geschlecht dann nicht mehr so gut spürst. Lies dazu bitte den Text rund ums Anspannen der Muskeln beim Sex.
Wir empfehlen viel mehr eine Mischung aus Anspannen und Loslassen des Beckenbodens, um die Durchblutung und Erregung beim Vaginalverkehr zu steigern. Hierzu interessiert dich sicher unsere Tipps für das Spielen mit den Beckenbodenmuskeln. Ausserdem spürst du viel mehr und intensiver, wenn du deinen Körper bewegst – besonders dein Becken. Hierzu empfehle ich dir unsere Tipps zur Beckenschaukel. Spiel mit den Beckenbodenmuskeln ist in der Missionarstellung sehr gut möglich. Grosse Bewegungen des Beckens sind vielleicht nicht so gut möglich – aber kleine schon. Schon ein paar Zentimeter bringen mehr als ganz still liegen.
Ausserdem empfehle ich dir diesen Text darüber, wie du dich bis zum Orgasmus erregen kannst.
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Frage Nr. 39114 von 20.11.2024
Zu Nr. 39072 und Nr. 39055
Hallo nochmal und vielen Dank!
Ihrer Antwort entnehme ich, dass ich mich wohl missverständlich ausgedrückt habe, wofür ich mich bei Ihnen zunächst entschuldigen möchte. Sowas kam schon einige Male vor. In Therapie bin ich nunmehr zum fünften Mal, auch weil es Verständigungsschwierigkeiten gab. Es handelt sich aktuell um eine Trauma-, Psycho- und Sexualtherapie.
Zuallererst möchte ich also festhalten, dass ich keineswegs Angst vor mir selber habe. Bis auf den Druck / Drang spüre ich in besagten Momenten gar nichts. Auch empfinde ich Lust nicht als etwas Negatives. Wenn wir das von Ihnen angeführte Beispiel mit dem Bürojob nehmen, bin ich genau der Typ, den Sie als "jemand anderes" beschrieben, und zwar war das von Anfang an so. Gucken, genießen, weitermachen.
Hierzu ein Beispiel aus meinem Alltag: Seit sieben Jahren nehme ich Gesangsstunden bei einer sehr lieben und auch optisch attraktiven Dame. Ich empfand ziemlich schnell Anziehung, was sich in Form des Drucks auch zeigte, welcher sich mit der Zeit verstärkte. So sehr ich meiner Fantasie auch freien Lauf ließ und so gut ich mich auf andere Dinge konzentrieren konnte, mit jeder Stunde wuchs der Druck. Irgendwann habe ich es dann durchaus auch mit Selbstbefriedigung versucht, was jedoch überhaupt nichts brachte. Aus meiner Sicht kann Selbstbefriedigung zumindest auf Dauer Intimität eben nicht ersetzen, dieses ständige, Jahrzehnte andauernde "Nur gucken, nicht anfassen" ist irgendwann zermürbend, weil die Lust ausschließlich ins Leere führt, was ja dann den Druck nur weiter verstärkt. Zumindest ist das bei mir so. Unterdrückte Wut soll ja auch ungesund sein, warum also nicht auch Lust, die zu nichts zu gebrauchen ist ...
Jedenfalls, als während der Pandemie der Unterricht nur noch Online stattfinden konnte, erleichterte mich dies, sodass wir bis heute dabei geblieben sind.
Der Druck war also da (und stieg), obwohl ich mich normal verhielt, und ich habe keine Angst davor, die Kontrolle zu verlieren. Dennoch, das Gefühl ist quälend und zudem, wie oben bemerkt, komplett sinnfrei, nutzlos, was es nur noch schlimmer macht.
Liebe Grüße und nochmals danke.
Unsere Antwort
Ok, aber dann ist dein Problem ein anderes. Danke für die Klarstellung.
Es geht dann eigentlich darum: wie kann ich jemanden für mich gewinnen und wie funktioniert flirten. Alles was du empfindest, ist ja normal. Aber offenbar, traust du dich nicht Schritte auf die Person zuzumachen. Das ist etwas, was du lernen kannst und jeder Mensch muss das lernen, zumindest wenn man Interesse daran hat, ein Beziehung aufzubauen. Wenn du dem Lernen und Ausprobieren aus dem Weg gehst, wirst du es nicht lernen. Das kann dir keiner abnehmen, das musst du selber machen.
Genau, unterdrückte Wut ist genauso ungünstig wie wenn man denkt, man müsse die Wut ausleben. Das ist exakt das Gleiche wie mit der Lust. Das habe ich versucht letztes Mal zu erklären. Lust und Wut sind einfach Gefühle, die dir zur Verfügung stehen und die du nicht loswerden kannst, weder durch unterdrücken noch durch ausleben. Du kannst lernen sie "frei im Körper" zirkulieren zu lassen, ohne dass du etwas damit machen musst: also weder unterdrücken noch ausleben.
Aber ich denke, wenn du dich da dran machst und all deinen Mut zusammennimmst und deinen Lerneifer ausgräbst, um Frauen für dich zu gewinnen, dann wird sich dir diese Frage ohnehin nicht mehr stellen.
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Frage Nr. 39101 von 18.11.2024
Hallo, ich bin männlich und 50. Kann sich beruflicher Stress negativ auf das Lustempfinden oder die Erektion auswirken? Ich bin zwar Zeit meines Lebens im Beruf immer unter Druck gewesen- aber hatte bis vor einem Jahr keine Probleme. Jetzt häufen die sich. Bin zwar nicht topfit- aber mache Sport und die letzten Untersuchungen waren auch ok. Keine zugesetzten Venen und die Werte auch im Rahmen.
Vielleicht stresse ich mich auch selber, weil nicht mehr alles so von selbst geht wie früher. Danke für eure Arbeit!
+++
Noch eine Ergänzung zu meiner Frage 39101- ich habe gelesen- dass l‘arganin helfen kann. Ist dem so- oder muss ich mich daran gewöhnen- oder vielleicht sogar Potenzmittel benutzen. Ich mache mir schon arg Gedanken.
Unsere Antwort
Stress wirkt sich in der Regel auf sehr viele Bereiche des Körpers aus. Gerade wenn dieser über einen längeren Zeitraum vorhanden ist.
Ob in deinem Fall der Stress für das verminderte Lustempfinden und Schwierigkeiten mit der Erektion ausschlaggebend sind, kann ich jedoch nicht beantworten. Denn dazu weiß ich zu wenig über deine Hintergründe. Ich empfehle dir diesen Text zu lesen. Er kann dir helfen, den Gründen deiner Erektionsprobleme auf die Schliche zu kommen. Und in diesem Text erfährst du, was du bei Erektionsproblemen tun kannst.
Nach unserem Wissen bringt L-Arginin für die Erektion nichts ausser einem Placeboeffekt (=eine Tablette wirkt, weil man an die Wirkung glaubt). Medikamente wie Viagra, Cialis und Levitra können dir bei Erektionsschwierigkeiten helfen, denn sie fördern die Durchblutung des Penis, wenn du sexuell erregt bist. Das nimmt Leistungsdruck heraus und kann für ein bisschen Entspannung beim Sex sorgen. Diese sollten jedoch nur in Absprache mit einem Urologen eingenommen werden. In diesem Text kannst du das genauer nachlesen.
Ausserdem enthält dieser Text weitere Informationen zu deiner Frage.
Diese Antwort gilt auch für Frage 39102.
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Frage Nr. 39098 von 17.11.2024
Weiblich, 19
Gibt es Frauen, für die es anatomisch nicht möglich ist, dass sich Vaginalsex gut anfühlt?
Für mich fühlt sich vaginale Penetration nicht gut an. Ich habe es schon ein paar Mal selbst, alleine mit einem Dildo, probiert.
Ich hatte davon gelesen, dass der Grund dafür, dass es weh tut, der ist, dass die Muskeln verspannt sind oder dass man nicht erregt genug ist. Ich hatte das bereits gewusst, bevor ich das mit der Penetration zum ersten Mal probiert habe. Daher habe ich darauf geachtet, dass beides nicht der Fall ist. Ich war ganz sicher erregt genug und meine Muskeln haben sich ganz sicher nicht angespannt. Aber es hat trotzdem weh getan und sonst hat der Dildo auch in keiner Weise auch nur irgendwie dazu beigetragen, dass sich das Masturbieren besser anfühlte.
Ich wurde auch schon gynäkologisch untersucht und es wurde nichts Außergewöhnliches festgestellt.
Kann es sein, dass mit der Vagina grundsätzlich alles in Ordnung ist (keine Krankheiten und bei der Untersuchung nichts auffällt), aber dass es sich trotzdem nicht gut anfühlt, wenn man etwas in die Vagina einführt?
Ich muss dazusagen, dass dieses "Problem" für mich persönlich per se eigentlich überhaupt kein Problem ist und ich per se absolut nicht darunter leide, dass sich vaginale Penetration für mich nicht gut anfühlt, da ich gut masturbieren kann und ich keine Probleme damit habe, einen Orgasmus zu erreichen. Eigentlich finde ich es sogar ganz praktisch, dass ich nicht das Bedürfnis habe, einen Dildo zu verwenden, da das Masturbieren mit Dildo viel umständlicher wäre als ohne und ich dann immer sehr aufpassen müsste, dass ich keine Bakterien in die Vagina bringe. Also eigentlich, wenn es nur um mich ginge, würde ich mir das gar nicht erst angewöhnen wollen, dass ich mit Dildo masturbiere, weil das das Masturbieren so kompliziert machen würde.
Mir persönlich würde es auch absolut nichts ausmachen, wenn ich nie Vaginalsex haben würde, weil es genug andere Dinge gäbe, die ich mit einem Sexualpartner machen könnte, die ich gerne machen würde.
Ich habe allerdings Angst, dass ich dadurch nur schwer einen Sexualpartner finden würde, dem das nichts ausmacht. Bis jetzt kam ich noch nicht dazu, dass ich mit jemandem schlafen würde und daher war ich noch nicht mit dieser Situation konfrontiert.
Also eigentlich ist mein einziges Problem in dieser Hinsicht, dass es dem Sexualpartner vielleicht nicht passen würde, dass ich keinen Vaginalsex will.
Soll ich den Vaginalsex also für meine zukünftigen Partner üben, obwohl ich das aufgrund der Schmerzen eigentlich nicht üben will, damit ich bessere Chancen habe, dass jemand mit mir schlafen will? Oder ist das in meinem Fall sowieso aussichtslos, dass sich das je gut anfühlen wird?
Danke für die Beantwortung der Fragen und auch meiner Frage!
Unsere Antwort
Viele erwarten, dass sich etwas in die Vagina aufzunehmen sofort toll und erregend anfühlt. Das ist aber nicht der Fall. Das passiert nicht sofort und von allein, es muss erlernt werden. Und es kann meist erlernt werden.
Die meisten Frauen entdecken zuerst die Klitoris als Ort der sexuellen Stimulation und Erregung, und die meisten Frauen lernen zuerst über die Klitoris, sich zu erregen und zu einem Orgasmus zu kommen. Von dem her hast du völlig Recht, dass die meisten Frauen für eine befriedigende Sexualität mit der Klitoris allein bestens ausgerüstet sind und die Vagina nicht unbedingt als Ort sexueller Erregung und Stimulation benötigen.
Die Entwicklung der Sexualität ist ein Lernprozess, den frau so weit ausbauen und weiterentwickeln kann, wie sie möchte.
Es ist schon recht wahrscheinlich, dass ein männlicher Sexualpartner an vaginalem Verkehr interessiert sein wird, da Männer in der Regel über Reibung am Penis erregt werden und so zum Orgasmus kommen und sie dies oft beim Geschlechtsverkehr als besonders schön erleben.
Was man zu zweit im Bett machen möchte, ist natürlich sehr individuell und das Spektrum ist sehr weit. Von dem her ist es grundsätzlich schon möglich, dass du mit deinem Sexualpartner die Sexualität ohne Geschlechtsverkehr komplett geniesst und er auch damit happy ist.
Du scheinst ja aber sexuell interessiert zu sein und bist am Experimentieren mit verschiedenen Methoden der Selbstbefriedigung. Das ist super, denn so lernst du und kannst deine sexuellen Fähigkeiten und Erlebnisse erweitern.
Ich würde aufnehmenden Sex nicht gleich verwerfen, wenn du beim ersten Experimentieren mit einem Dildo Schmerzen oder unangenehme Gefühle hast. Denn es ist normalerweise ein Lernprozess.
Der Lernprozess geht meist von "Ich finde das unangenehm" zu "ah, inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und kenne es, finde es aber nicht erregend" bis zu "oh- jetzt habe ich herausgefunden, dass mich vaginale Stimulation erregen kann und dass ich es schön und angenehm finde". Du entdeckst also etwas weiteres, was dir sexuellen Genuss bereitet, auch wenn der nicht von Anfang an zu spüren war.
Zu Beginn könntest du zum Beispiel deine Vagina mit einem Finger erkunden und schauen, was du dabei entdeckst. Wo ist es weich, wo ribbelig, kannst du deinen Gebärmutterhals am Ende der Vagina spüren? Wie fühlt sich die G-Zone, also die Vorderwand der Vagina an, wenn du sexuell erregt bist? Zuerst geht es mehr um das Entdecken des vaginalen Innenraums, um dir wie eine innere Landkarte zu erstellen. Der zweite Schritt ist die Erotisierung der Vagina, also dass du sexuelle Erregung mit Berührungen in der Vagina zu verbinden beginnst. Du kannst dich also wie normal an der Klitoris erregen und zusätzlich einen Finger in die Vagina einführen und ein wenig gegen die Wände drücken, so machst du im Gehirn neue Nervenverbindungen, durch die du mit der Zeit lernst, vaginale Berührungen auch als sexuell erregend zu empfinden. Das braucht aber Zeit und mehrere Wiederholungen. Von einem Finger kannst du dann auf zwei Finger gehen, oder auf einen kleinen Dildo. Such dir etwas, das dir keine Schmerzen bereitet und an das sich deine Vagina langsam gewöhnen kann. Die Vagina ist nämlich ein äusserst dehnbarer "Schlauch", der grundsätzlich einen Penis oder einen Dildo aufnehmen kann. Die meisten Frauen müssen sich zuerst aber daran gewöhnen.
Das wäre dann auch so mit einem männlichen Sexualpartner. Da ist es häufig die ersten Male mit Geschlechtsverkehr noch nicht so angenehm. Aber für viele Frauen wird es dann relativ bald besser und sehr oft dann mit der Zeit auch erregend und schön, wenn sie den Penis ihres Partners in ihrer Vagina spüren. Es braucht einfach ein wenig Übung und genügend Sorgfalt.
Da es bei dir ja aktuell noch kein Thema ist mit Geschlechtsverkehr, empfehle ich dir, im Moment den Fokus auf den Genuss und das Experimentieren beim Masturbieren zu legen. Und wenn es dann aktuell ist, würde ich gut darauf achten, auf was du Lust hast mit deinem Partner, was sich gut anfühlt. Und zusammen könnt ihr neugierig und spielerisch ausprobieren, was euch gefällt. Es lohnt sich, sich genügend Zeit dafür zu geben.
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Frage Nr. 39097 von 17.11.2024
Brauchen manche Menschen von Natur aus mehr Sex, um glücklich zu sein, als andere, in dem selben Sinn, in dem manche Menschen mehr sozialen Kontakt zu anderen brauchen? Besteht da ein Zusammenhang?
Ich kenne Personen, die freiwillig fast keinen sozialen Kontakt zu anderen Personen haben und damit zufrieden sind, oder zumindest behaupten, damit zufrieden zu sein. Ich habe mit Personen gesprochen, die während der Pandemie nicht besonders darunter litten, dass sie fast keinen Kontakt zu anderen Personen hatten.
Bei mir ist das dagegen ganz anders. Ich litt sehr stark darunter, dass ich so wenig sozialen Kontakt hatte und hatte so starke Depressionen deshalb, dass ich nichts mehr arbeiten konnte und jeden Tag aufgrund der Depressionen stundenlange am Tag im Bett liegen musste und komplett verzweifelt war, obwohl ich nicht einmal wohnte. Letztendlich musste ich deshalb Psychopharmaka nehmen, was auch nur begrenzt half.
Als ich ein Kind war, war es auch schon so, dass ich am liebsten jeden Tag fast den ganzen Tag mit meinen Freund*innen verbracht hätte.
Deshalb verwundert es mich sehr, dass es Personen gibt, denen es trotz der selben sozialen Isolation in dieser Zeit um so viel besser ging als mir.
Kann es sein, dass manche Menschen von Natur aus mehr sozialen Kontakt brauchen und daher bei sozialer Isolation auch viel stärker leiden? So ähnlich, wie es extrovertierte und introvertierte Menschen gibt.
Gilt dasselbe für Sex, da Sex eine Form von intensivem sozialen Kontakt ist? Leiden Personen, die mehr sozialen Kontakt brauchen, um glücklich zu sein, auch stärker, wenn sie keinen Sex haben?
Ich kenne viele Personen, die schon seit längerem keinen Sex haben und die aber scheinbar nicht besonders darunter leiden und auch kaum Motivation haben, jemanden kennenzulernen, mit dem sie Sex haben können.
Ich leide sehr darunter, wenn ich länger keinen schönen, erfüllenden Sex habe. Allerdings habe ich das Gefühl, als ob das die meisten Leute, mit denen ich spreche, nicht nachvollziehen können, dass man so darunter leidet. Kann es sein, dass ich deshalb stärker leide, weil ich diesen Kontakt zu anderen Menschen stärker brauche als andere?
Unsere Antwort
Ja, Menschen sind da sehr unterschiedlich. Sowohl was sozialen Kontakt angeht, als auch was Sex mit anderen Personen angeht.
Mir ist nicht bekannt, ob es da einen direkten Zusammenhang gibt. Ich vermute, es gibt auch Menschen, die zwar sehr viel sozialen Kontakt wollen, aber keinen Sex und umgekehrt. Entscheidend ist, dass bei dir beides zusammen auftritt. Und das darf auch unabhängig davon wahr sein, ob das bei anderen auch der Fall ist.
Du scheinst neugierig darauf zu sein, wieso das mit dem Leiden und dem Brauchen bei dir so ist.
Was bedeutet brauchen für dich? Wozu brauchst du es? Gibt es Bestätigung, dass du okay bist? Welche Bedürfnisse erfüllt der soziale Kontakt und der Sex? Ist es Anerkennung, ist es Zuneigung...? Hilft es gegen Gefühle von Einsamkeit? Wenn du mehrere Strategien hast, wie du dir diese Bedürfnisse erfüllen kannst, bist du unabhängiger von etwas, was dir nicht immer zur Verfügung steht.
Es kann auch ein Wünschen sein. Und es kann gegen das Leiden helfen, sich das Wünschen zu erlauben. Ich vermute, weil du von Leiden schreibst, dass dein Körper derzeit eher zusammensinkt beim Wünschen. Und das macht etwas mit deiner Stimmung. Viele Menschen haben als Kinder nicht gelernt, ihre Wünsche selbstbewusst zu verfolgen.
Manche Menschen lassen die Körperempfindungen, die mit dem Wünschen einhergehen, sich ausbreiten. Sie holen sich die schönen Gefühle, die sie mit dem Wunsch verbinden schon zu sich in der Vorstellung. Ja, ich wünsche mir Sex, weil es so schön ist, wenn... Ja, ich wünsche mir sozialen Kontakt, weil ich es mag, wenn... Sie erlauben sich das Tagträumen. Wünschen kann mit einem Ausdehnen in deinem Körper einhergehen, mit freigesetzter Energie. Das könntest du dir angewöhnen. Du könntest spielerisch grosse Bewegungen mit deinen Armen machen und dabei aussprechen "Ich wünsche mir Sex und sozialen Kontakt.". Teste mal, welchen Unterschied es macht, ob du das so sagst oder in einer eher zusammengesunkenen Körperhaltung. Du könntest auch mal schauen, wie du deine Aufmerksamkeit wieder etwas anderem zuwenden kannst, wenn sie sich an dem Gedanken, was dir fehlt, festgehängt hat.
Interessant fände ich, wie es dir besser gehen kann mit den Umständen. Wünschst du dir dazu Unterstützung? Gibt es etwas, wobei wir dich begleiten können? Dann schreib uns einfach wieder und gib bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 39095 von 17.11.2024
habe mit freundin sehr betrunken anal einen kleinen vibrator eingeführt und sind dann eingeschlafen, und jetzt nicht mehr sicher ob er noch drin ist. schmerzen hats keine und vorsichtig mit dem finger bereits nachgeschaut, ob er noch drin ist, aber nichts gefunden
Unsere Antwort
Wenn ich dich richtig verstehe, war das ein Vibrator, der nicht für die anale Anwendung gemacht ist. Vibratoren für den Anus sind am unteren Ende so breit, dass sie nicht im Anus verschwinden können. Die Darmmuskulatur zieht Dinge nach oben. Darum steck zukünftig nur Dinge in den After, die nicht darin verschwinden können.
Falls ihr den Vibrator nicht finden könnt, solltet ihr zum Arzt gehen und sagen, was passiert ist. Denn Gegenstände, die über längere Zeit im After verbleiben können zu ernsthaften Verletzungen führen. Auch wenn euch das vielleicht unangenehm ist, sprecht mit einem Arzt. Es passiert häufiger als man denkt, dass Menschen Gegenstände im Anus von Ärzt*innen entfernen lassen müssen.
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Frage Nr. 39093 von 16.11.2024
Hallo ich bin 17w ich habe das gefühl ich hatte noch nie einen Orgasmus ich weiss nicht was ich falsch mache. Ich masturbiere und habe auch schom Sex gehabt es fühlt sich einfach nicht so an wie es alle beschreiben. Was soll ich tun??
Lg
Unsere Antwort
Der Orgasmus fällt nicht vom Himmel. Ob und wie du einen Orgasmus erlebst, hängt von vielen Dingen ab. Wir haben viele Texte zu diesem Thema geschrieben. Lies zum Beispiel mal die Texte «Wieso komme ich (w) nicht (immer) zum Orgasmus?», «Was ist ein Orgasmus?» und «Erregung zum Orgasmus: Tipps für Frauen».
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Frage Nr. 39089 von 15.11.2024
Hallo,
Ich bin weiblich, 25 Jahre alt und wollte fragen, ob ihr mal einen Artikel über Scham bezüglich Sexualität schreiben könnt. Meine Eltern sind sehr konservativ und als ich mit 17 schwanger wurde, war es mehr die Tatsache, dass ich Sex hatte, die sie so schockierte. Das Thema Sex, Menstruation etc wurde totgeschwiegen und war extrem Scham behaftet. Ich merke, dass Scham bei mir eine große Rolle spielt und ich beim sex bisher immer nur die Bedürfnisse meines Partners befrieden wollte und befriedigt habe, mich aber weder mit meiner eigenen Lust noch Befriedigung jemals auseinander gesetzt hab, obwohl ich immer das Gefühl hatte, offen mit meiner Sexualität umzugehen. Inzwischen sehe ich, dass das nicht so ist, es fällt mir schwer beim sex anzunehmen, ich schäme mich, wende mein Gesicht ab und es ist mir unangenehm. Ich habe versucht es mit einem Saugnapfdildo zu machen, aber ich habe mich sehr geschämt. Vielleicht könnt ihr mal was darüber schreiben, wie man mit der Scham beim Thema Sexualität umgehen kann. Dankeschön
Unsere Antwort
Das ist eine sehr gute Idee, dass wir mal einen Artikel über Scham bezüglich Sexualität schreiben könnten. Ich nehme das in unsere Liste auf.
Wir haben tatsächlich schon öfter darüber nachgedacht, mehr Inhalte zu schreiben für Menschen aus sehr konservativen Hintergründen, die es schwer haben, damit einen Umgang zu finden. Es motiviert uns, dass du danach fragst.
Falls du direkt loslegen möchtest, die Scham anzuerkennen, zuzulassen und dann zu überwinden, empfehle ich dir diese Infotexte:
Schau mal, wie weit du kommst mit den Infotexten. Und schreib uns gern wieder. Es wäre wichtiges Feedback für uns, ob du mit den Tipps weiterkommst und wo du noch etwas anderes brauchst.
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Frage Nr. 39086 von 14.11.2024
Ich meine Freundin sehr, aber beim Sex haben wir immer Mühe zur starten. Besonders das Vorspiel ist meist holprig. Ich bin gerne bereit zu massieren und mir Zeit zu nehmen. Sie hingegen findet es nicht nötig, mich mit der Zunge an der Eichel oder an den Brustwarzen zu lecken. Es stimmt schon, dass ich auch ohne Vorspiel schnell ready bin. Trotzdem würde ich mir mehr Vorspiel wünschen oder auch einfach mal puren Oralsex. Sie versteht das nicht und fühlt sich sehr schnell angegriffen oder als Sexarbeiterin. Ich habe schon mehrmals angesprochen, dass ich sie liebe und mir das wichtig ist. Was kann ich noch tun?
Unsere Antwort
Das Vorspiel ist sehr wichtig für die weitere sexuelle Interaktion. Deine Bereitschaft daran zu arbeiten, sich Zeit zu nehmen und zu massieren ist eine große Ressource von dir.
Wenn sich deine Freundin jedoch wie eine Sexarbeiterin fühlt, dann liegt das vermutlich daran, dass sie sich zu etwas gedrängt fühlt, was sie nicht möchte. Wenn ihr Dinge macht, zu denen sie sich bereit fühlt, ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass sie gerne mitmacht und neugierig bleibt auf weitere gemeinsame Entdeckungen.
So wie ich es herauslese, hat sie Mühe mit dem Oralverkehr. Deine Freundin hat vermutlich einen guten Grund, warum sie keinen Oralsex möchte. Wenn Du diesen kennst, könnt ihr daran arbeiten oder einen Kompromiss finden.
Wichtig ist in deinem Fall, dass du weiterhin offen mit deiner Partnerin über das Thema Sex redest. Vielleicht kannst du herausfinden, was deine Freundin für Vorlieben (auch im Bezug auf das Vorspiel) hat, was sie gerne macht und was nicht. Gleichzeitig hast Du ebenfalls die Möglichkeit, deine Wünsche und Vorstellungen auf eine Weise zu äußern, das sie gerne mitmacht. Dieser Artikel hilft Dir beim Reden: Reden über Sex ist hilfreich und erotisch
Schau doch mal, ob du damit weiterkommst. Falls du uns nochmal schreibst, wäre es hilfreich für mich, euer Alter zu wissen. Gib bitte auch die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 39085 von 14.11.2024
39030: Danke für die Antwort, gerne führe ich noch etwas weiter aus.
Ja, es ging dann teilweise gar nichts mehr. Nicht mit Partnerin und nicht alleine. Die Entwöhnung sah so aus, dass ich mir solche Filme nur noch selten gegönnt habe (vor allem nicht aus Langeweile). Ich habe auch geschafft, die Hände von mir zu lassen. Danach habe ich ausgemacht und gesagt: gut, an dieser Stelle reicht es. Wenn das nicht ausgereicht hat, habe ich die Wohnung verlassen und bin spazieren gegangen. Das hat oft funktioniert. An einem Abend mit Alkohol, hat es auch mal nicht funktioniert bzw. die Erektion dann schon. Das ging ernsthaft über einen Zeitraum von circa fünf Jahren. Ich habe auch keinen Drang gehabt, mir etwas ansehen zu müssen, es war hin und wieder die Lust, man könnte mal wieder. Eine schöne, warme Dusche kann hin und wieder auch mal einen Reiz auslösen, aber Aktivitäten zu zweit selten. Da steh ich dann viel zu sehr unter Stress und Druck. Obwohl meine Partnerin verständnisvoll ist und wir eine liebevolle Beziehung führen, schon 7 Jahre. so, wenn du noch was wissen muss, melde dich.
Unsere Antwort
Vielen Dank für die weiteren Informationen.
Ich möchte dir zunächst einen anderen Blick auf deine sexuelle Lerngeschichte anbieten: Du hast früh entdeckt, dass dich Bilder von nackten Frauen sexuell erregen. Das ist eine sexuell gesunde Reaktion auf einen erotischen Stimulus. Das hast du häufig wiederholt, weil es sich gut angefühlt hat. Du hast das Anschauen von erotischen Bildern und Videos also stark mit sexueller Erregung verknüpft. Das ist erstmal eine wichtige Ressource, auf der du aufbauen kannst.
Es klingt so als hättest du nicht viele andere sinnliche Erlebnisse mit deinem Penis, deinen Hoden oder generell deinem Körper gehabt. Möglicherweise fehlen mir da Informationen, aber von dem was ich lese, klingt es so. Was dann häufig passiert, ist, dass der gewohnte Stimulus irgendwann nicht mehr ausreicht, um eine stabile Erektion hervorzurufen. Es müssen also immer intensivere Filmchen her. Wenn ich dich richtig verstehe, hast du das so erlebt.
Dein Lösungsversuch war dann: Entwöhnung. Das ist erstmal naheliegend, in unserer beraterischen und therapeutischen Erfahrung funktioniert das aber häufig nicht - zumindest nicht auf Dauer. Du bist der Logik gefolgt: Das viele Pornos gucken hat dazu geführt, dass ich keine Erektion mehr habe, also müssen die Pornos weg. Entscheidend ist aber, was du aufgrund der Pornos nicht erlebt und gelernt hast. Und davon braucht es mehr statt weniger.
Du beschreibst, dass du dich von Pornos abhängig erlebst oder erlebt hast. Dann kann es sein, dass du findest, die Pornos sind schuld. Nein, das sind sie nicht. Pornos sind einfach Erregungsquellen. Du hast in vielen Wiederholungen gelernt, dich über das zu erregen, was du dort siehst und hörst. "Schuld" ist also dein sexueller Lernprozess. Hier liest du nach, wie das sexuelle Lernen funktioniert.
Wenn ich mir konkret deine sexuelle Lerngeschichte betrachte, vermute ich folgendes: Beim Pornos schauen war deine Aufmerksamkeit nicht beim Spüren deines Körpers und den feinen Wahrnehmungen in deinem Penis, sondern bei den Bildern. Das Spüren wurde also kaum trainiert. Dieses Spüren ist aber eine wichtige Voraussetzung für stabile Erektionen bis ins hohe Alter. Aber keine Sorge, du kannst in jedem Alter weiterhin sexuell dazulernen. Dafür gibt es Wahrnehmungsübungen. Die empfehle ich dir sehr.
Zusätzlich vermute ich, dass du dir die Sexualität mit dir selbst nicht erlaubst. Vielleicht denkst du: "Ich sollte nicht so oft masturbieren" oder "Ich sollte keine Pornos schauen". Vielleicht erlaubst du dir nicht die Art von sexuellen Aktivitäten, die du dir wünschst. Vielleicht hast du ein schlechtes Gewissen. Warum denkst du, dass du das, was du tun willst, nicht tun solltest? Es ist dein sexuelles Recht, Sex zu haben und sexuelle Aktivitäten zu geniessen. Es gibt kein "falsch" oder "zu viel", solange du nichts Verbotenes tust und niemandem dabei schadest. Frag dich also selbst: Wer oder was verbietet dir, dies zu tun? Vielleicht hast du einen "inneren Polizisten" in deinem Kopf, der dir sagt, was richtig und was falsch ist. Woher kommt der innere Polizist? Seit wann hast du ihn? Wieso?
Wir von Lilli finden, es macht einen riesigen Unterschied, ob du Sex machst, den du wirklich lustvoll und positiv erlebst, oder ob du während und nach dem Sex eher Stress und negative Gefühle erlebst. Du schreibst ja selbst, dass Sex bei dir gerade mit Druck und Stress verbunden ist. Es ist daher sinnvoll, wenn du herausfindest, wie du Sex haben kannst, bei dem es dir gut geht – vorher, währenddessen und nachher. Genuss ist wunderbares Futter für deine Erektion.
Nimm dir bitte eine Minute Zeit und denk darüber nach, wie du Sex (allein oder mit anderen) hast. Was machst du mit deinem Körper? Schau dir diesen Text an, der gibt dir Tipps, auf was du achten kannst. Möglicherweise merkst du, dass du dich wenig bewegst mit dem Körper, sondern dass der eher angespannt ist. Hohe Muskelspannung kann sexuellem Genuss verhindern. Mehr dazu erfährst du in diesem Text.
Und wo bist du mit deiner Aufmerksamkeit? Wenn du vor dem Bildschirm oder am Handy bist, richtet sie sich wahrscheinlich auf das, was du siehst oder hörst. Oder vielleicht ist es eine Fantasie. Oder irgend etwas anderes ausserhalb von dir, das dir den Kick gibt. Das heisst, du bist mit der Aufmerksamkeit nicht in deinem Körper.
Sex ist etwas, das sich in deinem Körper abspielt. Du wirst den Sex viel erfüllender erleben, wenn du dich wirklich darauf einlässt, was in deinem Körper passiert, und wenn du lernst, das intensiv und angenehm zu empfinden und all das hilft deiner Erektion.
Du beschreibst, dass du unter einer warmen Dusche ab und zu eine Erektion hast. Das zeigt, dass es eine gewisse Entspannung braucht, damit sexuelle Erregung bei dir ausgelöst wird. Du könntest dir bewusst mehr solche Situationen schaffen. Es geht wirklich darum, aufmerksam dafür zu sein, was für dich gut funktioniert und davon mehr zu machen. Zum Beispiel könntest du wunderbar, die Beckenschaukel unter der Dusche machen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Falls du über einen längeren Zeitraum gar keine Erektionen hast, solltest du auf jeden Fall zum Arzt gehen. Denn eine ausbleibende Erektion kann ein Frühwarnzeichen für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Es kann ebenfalls Stress und Druck rausnehmen, wenn du mit einem vom Arzt verschriebenen Potenzmittel eine verlässlichere Erektion hast. Das ist eine gute Unterstützung für das Üben wie oben geschrieben. Das Trainieren der Wahrnehmung braucht Ausdauer und Geduld, aber wie du in diesem Bild siehst, lohnt es sich:

Schau mal, was du anfangen kannst, mit dem, was wir schreiben.
Du hast gute Voraussetzungen, eine Veränderung umzusetzen. Du hast eine liebevolle Partnerin und in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass du Disziplin hast, wenn du etwas verändern möchtest.
Eine schriftliche Online-Beratung kann nicht alles bieten, was eine Beratung in Präsenz oder per Video bieten kann. Ich könnte mir vorstellen, dass es dir an dieser Stelle gut tun würde, Kontakt mit einer Person der Therapeut:innen Liste aufzunehmen. In einer Beratung kann man die Beziehungsaspekte, dein Entwöhnen und die Lustlosigkeit ganz genau anschauen. Ich hoffe, dass dich das ermutigt, eine Fachperson aufzusuchen, welche dir sicher weiterhelfen kann, falls du allein nicht weiter kommst oder dir den Komfort einer unterstützenden Person gönnen möchtest.
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Frage Nr. 39081 von 13.11.2024
Hallo liebes Lilli Team,
ich (w/22) habe vor ein paar Jahren eine Angststörung in Bezug auf das Thema Sex gehabt. Über die Jahre habe ich das gut in den Griff bekommen und seit ich festgestellt habe, dass ich auf Frauen stehe, kann ich den Sex auch auf eine Weise genießen, die ich damals nicht mehr für möglich gehalten hätte.
Es gibt jedoch noch manchmal Situationen, wie Heute zum Beispiel, in denen ich zwar Lust habe, aber ein Teil von mir weiß, dass ich mich nicht fallen lassen können werde. Der Teil, der Lust hat ist dann aber so groß und die Angst „Nein“ zu sagen, dass ich dann trotzdem weiter mache, obwohl ich mich schlecht fühle. Wenn meine Freundin das wissen würde, würde sie mir den Kopf verdrehen, weil sie das sehr gut nachempfinden kann und die letzte Person ist, die jemandem so ein Gefühl geben möchte. Ich habe also rein situativ keinen Grund dazu Angst zu haben. Und trotzdem schaffe ich es nicht.
Habt ihr Tipps wie man seine Grenzen früher spüren kann und dann auch zu ihnen stehen kann? Gibt es vielleicht bestimmte Übungen, die man machen kann, um über das „Nein“ Sagen anders zu empfinden bzw. das als natürlich zu empfinden?
Ich möchte mich nicht mehr so benutzt fühlen nach etwas, das eigentlich so schön ist.
Danke im Voraus!
Unsere Antwort
Erstmal herzlichen Glückwunsch, dass du bis hierher schon so viel geschafft hast.
Ich kann sehr gut nachempfinden, dass du dich benutzt fühlst, nach sexuellen Begegnungen, bei denen du dich eigentlich nicht gut fühlst. Und ich kann sehr gut verstehen, dass du das ändern möchtest.
Offensichtlich verstehst du hinterher schon sehr gut, dass deine Angst unrealistisch ist. Du kannst unterscheiden zwischen dem Gefühl der Angst und den Umständen um dich herum. Du weisst, dass es mit deiner Freundin sicher ist, "Nein" zu sagen. Die Frage ist also: wie kannst du erfahren, dass es sicher ist Nein zu sagen, wie kannst du einfacher spüren, was du möchtest und wie findest du einen Umgang mit der unrealistischen Angst, die sich erstmal so realistisch anfühlt, dass sie dich am Handeln hindert.
Ich weiss noch sehr wenig über deine Geschichte, aber mein erster Impuls wäre, dass du das Nein in "ungefährlichen" Situationen übst. Du kannst das deiner Freundin ankündigen: "ich werde in Zukunft öfter mal Nein zu dir sagen, weil ich möchte, dass ich mich daran gewöhne, dass dann nichts schlimmes passiert. Bist du einverstanden damit, das mit mir zu üben?"
Zudem gibt es noch viele weitere Schattierungen von Nein. Generell hilft Langsamkeit dabei, wahrzunehmen, was sich für dich stimmig anfühlt. Du könntest also um Langsamkeit bitten. Zum Beispiel so: "Ich brauch gerade etwas Zeit, um mich zu spüren" oder "Mir wäre es wohler, wenn wir etwas langsamer machen." oder "Ich hab voll Lust auf Sex mit dir, aber bin gerade noch nicht ganz da.".
Was dir auch dabei helfen kann, in Momenten der Angst sprechfähig zu bleiben, ist in dem Moment Weichheit und tiefes Atmen in deinen Körper zu bringen. Denn so schaffst du dir ein körperliches Gefühl von Sicherheit. In diesem Gefühl der Sicherheit bist du handlungsfähiger als in einem Gefühl von Angst. Du könntest also erkennen "ich habe gerade Angst", und du spürst wie die Angst sich in Anspannung in deinem Körper zeigt. Um die Angst zu lösen, ersetzt du die Angst mit etwas anderem, nämlich mit lockeren Bewegungen und tiefem Atmen.
Schau doch mal, was du damit anfangen kannst. Sei geduldig mit dir, wenn es nicht auf Anhieb klappt oder du manchmal in dein Muster von "einfach mitmachen, egal wie es mir dabei geht" fällst. Vielleicht möchtest du deine Freundin als Unterstützerin einweihen in dein Erleben. Das könnte auch eine Entlastung für dich schaffen.
Falls sich weitere Fragen ergeben oder du nicht weiterkommst, schreib uns einfach wieder. Gib dann bitte die Nummer dieser Frage an.
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Frage Nr. 39072 von 12.11.2024
Guten Abend!
Herzlichen Dank für Ihre Antwort auf Frage Nr. 39055. Mit "Überdruck" meine ich das sehr unangenehme Gefühl, förmlich implodieren zu müssen, wenn es nicht zu einem sexuellen Kontakt mit der betreffenden Frau kommt. Es ist ein quälendes Ringen mit sich selbst, welches enorm viel Selbstdisziplin und Energie abverlangt und mich körperlich und seelisch erschöpft. Daher meide ich lieber den Kontakt zu Frauen, zumal ich gelernt habe, dass Sexualität in seiner Bedeutung überschätzt wird und zumindest gesunde Menschen ihre Bedürfnisse jederzeit ganz einfach ignorieren und steuern können, was bei mir anscheinend nicht der Fall ist. Demnach wäre eine Behandlung mit Libido-Hemmern unausweichlich. Nochmals vielen Dank, auch im Voraus, und liebe Grüße.
Unsere Antwort
Du hast also Angst vor dir selber. Du spürst eine enorme Lust und denkst, wenn du diese nicht auf der Stelle ausleben kannst, dann wird etwas schreckliches passieren, weil du dann nichts mehr unter Kontrolle hast. Richtig? Du traust dir also selber nicht über den Weg.
Ich habe in der letzten Antwort schon versucht, es etwas zu erklären. Es gibt normalerweise eine Entstehungsgeschichte, in der du starke Gefühle mit Ideen, Glaubenssätzen und Fantasien verknüpft hast. Weil du das so eng miteinander verknüpft hast und immer wieder gleich im Kopf abspulst, wird das mit der Zeit, wie zu einem Selbstläufer, auf den du vermeintlich keinen Einfluss hast. Um die Kontrolle zu behalten, versuchst du den Situationen auszuweichen oder noch lieber (weil vermeintlich noch bessere Kontrolle) wäre dir wenn du chemisch "ausgeschaltet" wirst.
Damit änderst du aber eigentlich gar nichts an deinem Problem.
Erst nochmal was zum medizinischen: "Libido-Hemmer" gibt es nicht. Korrekt müsste es heissen "chemische Kastration" oder Antiandrogen-Behandlung. Solche Therapien dürfen nur erfolgen bei Prostatakarzinom (Prostatakrebs) Erkrankung oder Geschlechtsangleichender Hormontherapie oder bei verurteilten Sexualstraftätern, wenn diese zustimmen. Dein Urologe darf dir also solche Medikamente gar nicht verschreiben.
Antiandrogene Medikamente sind ein schwerer Eingriff in die körperliche Funktionsweise, da Androgene ja nicht einfach nur für die Libido zuständig sind, sondern auch Einfluss auf den Stoffwechsel haben.
Wenn du es jetzt also so erlebst (bildlich ausgedrückt), dass du wie "noch jemanden in dir sitzen hast", der quasi ein Eigenleben führt und auf den du null Einfluss hast, dann solltest du dich an eine*n Psychiater*in wenden, damit diese*r dir die richtigen Medikamente geben kann.
Wenn du aber das Gefühl hast, dass es doch nicht so schlimm ist, dann solltest du dir einen kompetente*n Sexualtherapeut*in suchen. Du hast nicht geschrieben, welche Art von Therapie du gerade machst.
Ansonsten kann ich nur nochmal wiederholen, was ich letztes Mal schon geschrieben habe. Lust ist eine starke Kraft, die im Körper zu spüren ist. Wenn man die Lust als "schlecht" bewertet, dann will man sie wieder loswerden. Dazu gibt es vermeintlich zwei Möglichkeiten: entweder man lebt sie direkt aus (dann nimmt man an, sie sei verschwunden, für eine kurze Zeit zumindest) oder man unterdrückt sie. Das ist das, was du versuchst. Aber Lust ist eigentlich nur ein Gefühl, dass körperlich da ist und das zu dir gehört. Man muss damit gar nichts machen.
Du versuchst jetzt, diese starke Kraft zu unterdrücken und damit du das kannst, brauchst du Energie aus anderen, nennen wir es mal Systemen, deines Körpers. Und du brauchst natürlich sehr viel Energie, nämlich mehr als die Lust hat. Du nennst es ja selber ringen und das ist richtig. Es ist ein innerer Kampf und der ist sehr erschöpfend. Deine Aufmerksamkeit ist auf : Lust ist schlecht und Lust bekämpfen gerichtet. Du kannst deine Aufmerksamkeit im Moment nicht mehr richtig steuern. Es ist nicht das Problem wieviel Lust jemand hat, sondern worauf er seine Aufmerksamkeit richtet.
Sagen wir mal, du arbeitest gerade, ein Bürojob. Dein Schreibtisch steht an einem Fenster im Erdgeschoss, draussen läuft eine hübsche Frau vorbei. Du wirst merken, dass deine Lust sich meldet und sofort wirst du anfangen innerlich gegen diese zu arbeiten. Davon verschwindet sie aber nicht, sondern wird erstmal stärker. Du bist direkt in deinen alt bekannten Kampfmodus eingestiegen. Deine Aufmerksamkeit ist dort gefangen.
Was passiert jetzt bei jemand anderem, gleiche Ausgangssituation wie beschrieben. Auch bei ihm wird die Lust sofort da sein. Er spürt das und geniesst vielleicht sogar das Gefühl, dann nimmt er die Aufmerksamkeit wieder weg von der Lust und richtet sie wieder auf die Arbeit. Dabei kann die Lust durchaus weiterbestehen bleiben. Er arbeitet also nicht gegen die Lust, sondern lässt sie einfach sein was sie ist. Seine Lust ist sozusagen "frei" und nicht eingebunden in starke Bewertungen und Abwehr.
Es wäre also sinnvoll, dass du als erstes mal all die Gedanken und Bewertungen abkratzt, die du ans Thema Lust geklebt hast. Dazu brauchst du vermutlich eine*n geeignete*n Therapeut*in. Und danach mal anfängst die Lust überhaupt richtig zu spüren als das was sie ist, nämlich ein körperliches Gefühl mit dem man nichts machen "muss".
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